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Großbritannien

Nachwahlen: Labour leidet an „Long Corbyn“

Letztes Aufgebot: Aktivisten der Labour Party machen Stimmung für ihre Kandidatin Kim Leadbeater.APA/AFP/OLI SCARFF
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Für die britischen Sozialdemokraten zeichnet sich eine weitere Niederlage in ihrer einstigen Hochburg ab. Die Tage Keir Starmers als Labour-Chef sind gezählt.

London. Als im Juni 2016, wenige Tage vor der Volksabstimmung über den Verbleib Großbritanniens in der Europäischen Union, die Abgeordnete Jo Cox in ihrem Parteilokal von einem Rechtsradikalen ermordet wurde, ging eine Schockwelle durch das Land. Dass die Warnungen vor der Spaltung des Landes großteils folgenlos geblieben sind, zeigt sich nun ausgerechnet in ihrem einstigen Wahlkreis Batley and Spen. Vor der heutigen Entscheidung über den bisher von der Labour-Abgeordneten Tracy Brabin gehaltenen Unterhaussitz gehen die Wogen hoch: Gewaltsame Übergriffe, Schreiduelle, echte und gefälschte Flugblätter und gegenseitige Vorwürfe der Diffamierung prägen die Auseinandersetzung.

Für die Labour Party versucht die Schwester von Cox, Kim Leadbeater, die Kastanien aus dem Feuer zu holen. Mit dem Slogan „Wählt Kim, wählt die lokale Kandidatin“ wirbt sie damit, dass sie als einzige der 16 Bewerber in dem Wahlkreis zu Hause ist.

Doch obwohl die 45-Jährige beliebt ist, droht ihrer Partei eine schwere Schlappe. Nach letzten Umfragen liegt sie mit 41 Prozent klar hinter dem Kandidaten der Konservativen Ryan Stephenson, der bei 47 Prozent hält. Sein Erfolgsrezept im Wahlkampf: eisernes Schweigen.