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Interview

„Der Drang ins Gymnasium ist ein Problem“

Seit einem Jahr ist der 48-jährige Georg Knill Präsident der österreichischen Industriellenvereinigung.Die Presse/Clemens Fabry
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Die Lehre habe zu Unrecht in der Gesellschaft immer noch einen fahlen Beigeschmack, sagt IV-Präsident Georg Knill. Um den Fachkräftemangel zu beheben, brauche es steuerliche Entlastung und strengere Regeln für Arbeitslose.

Die Presse: Laut Wifo wurde im Mai erstmals der Mangel an Material als größtes Produktionshemmnis der Industrie genannt. Wie drastisch ist die Situation?

Georg Knill: Die Problematik der fehlenden Verfügbarkeit von Teilen oder der längeren Lieferzeiten basiert darauf, dass es heuer ein globales Wachstum von über sechs Prozent gibt. Das gab es das letzte Mal im Jahr 1973. Die dadurch ausgelöste starke Nachfrage führt zu einer spürbaren Verknappung. Ich gehe aber davon aus, dass sich das bis Ende des Jahres einpendeln wird.

Die Industrie hat sich von allen Sektoren am schnellsten erholt. Wird es durch die Rohstoffsituation Produktionsverluste geben?

Richtig ist, dass die Industrie das Land in den vergangenen 16 Monaten am Laufen gehalten hat. Viele Industriesektoren sind auf, manche sogar schon über dem Vorkrisenniveau. Punktuell hat es aber auch bei uns Produktionsstopps gegeben – etwa bei Magna in Graz, wo zeitweise aufgrund fehlender Teile Kurzarbeit angemeldet wurde. Sonst gibt es vor allem Preissteigerungen.

Sie sagten, dass die Industrie zum Teil bereits auf Vorkrisenniveau ist. Aufgrund dieser schnellen Erholung gibt es auch Kritik an den Hilfen. Diese seien zum Teil überbordend gewesen und hätten etwa bei der Investitionsprämie nur zu Vorzieheffekten geführt. Gab es hier ein Körberlgeld für die Industrie?