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Ausschüttungen

Banken dürfen bald Dividende zahlen

FILE PHOTO: European Central Bank (ECB) President Christine Lagarde gestures during a news conference on the outcome of the meeting of the Governing Council, in Frankfurt
EZB-Präsidentin Christine Lagarde.REUTERS
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Die Dividendenbeschränkung könnte im September auslaufen.

Brüssel/Frankfurt. Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, stellt ein Auslaufen von Ausschüttungseinschränkungen der Geschäftsbanken der Eurozone in Aussicht. In einer Rede vor dem Europaparlament verwies die Notenbankchefin am Donnerstag auf jüngste Aussagen des Europäischen Ausschusses für Systemrisken (ESRB), wonach Einschränkungen auslaufen könnten, falls sich die Bedingungen im Finanzsektor nicht wesentlich verschlechtern sollten.

 

Lagarde kündigte an, dass der ESRB die Einschränkungen beim nächsten Treffen im September überprüfen werde.

Angesichts des angespannten wirtschaftlichen Umfeldes infolge der anhaltenden Pandemie hatte die EZB zunächst einen generellen Dividendenstopp verhängt. Außerdem gelten die Einschränkungen auch für Aktienrückkäufe. Nachdem viele Banken gegen die Maßnahmen Sturm gelaufen waren, wurden die Regelungen gelockert. Allerdings wurden die Geldhäuser auch aufgefordert, auf die Zahlung von Dividenden möglichst noch bis zum Herbst 2021 zu verzichten oder sie nur in geringem Umfang durchzuführen.

„Krise noch nicht vorbei“

Lagarde machte in der Rede vor den Parlamentariern aber auch deutlich, dass die Coronakrise noch nicht überstanden sei. Die Geschäftsbanken im Währungsraum müssen die Kreditrisken berücksichtigen und rechtzeitig Vorsorge treffen, forderte die Notenbankerin.

Lagarde warnte vor Gefahren für die wirtschaftliche Erholung in Europa durch Mutationen des Coronavirus. „Natürlich ist die aufkommende Erholung immer noch mit Unsicherheit konfrontiert, auch durch die Verbreitung von Virus-Mutationen“, sagte Lagarde. Dank der Impffortschritte seien aber die schlimmsten Negativszenarien für die Konjunktur unwahrscheinlicher geworden.

Der in Frankfurt ansässige ESRB wurde 2010 in Reaktion auf die globale Finanzkrise 2008/09 gegründet und soll als Frühwarnsystem auf Gefahren für die Stabilität des Finanzsystems in der EU hinweisen. Den Vorsitz hat Lagarde inne.(APA/DPA-AFX/Reuters)


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("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.07.2021)