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Toby Jones und Mackenzie Crook in "Detectorists"
Streamingtipps

Shows und Serien, die uns Lachkrämpfe bescheren

Was bringt uns zum Lachen – so richtig, laut, mit Tränen und Bauchmuskelkater? Das ist natürlich höchst subjektiv. Von Impro-Comedy bis zur verschrobenen „Harry Potter“-Neusynchronisierung: Fünf persönliche Geheimtipps aus der Redaktion.

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Der Tatortreiniger

7 Staffeln, 2011–2018
Zu sehen auf Netflix, Amazon, Sky

Normale Menschen würden einem Haus, in dem gerade jemand gestorben ist und unappetitliche Rückstände hinterlassen hat, wohl fernbleiben. Normalen Menschen begegnet Heiko Schotte, von allen nur Schotty genannt, deshalb auch relativ selten, wenn er seine Putzutensilien auspackt. Dafür trifft er einen Schriftsteller mit Schreibblockade, der den Tatort als Inspiration für sein nächstes Buch nutzen will. Eine radikale Veganerin. Oder einen Mann mit Putzzwang, der weniger seine Arbeitskraft braucht als den professionellen Austausch.

Viele kammerspielartige Begegnungen hat Drehbuchautorin Mizzi Meyer ersonnen, jede ist überraschend, skurril und wunderbar komisch. Mit einer Spannbreite vom schnellen Wortwitz über makabere Schenkelklopfer bis zur feinsinnigen Doppelbödigkeit.
In der Serie ist der Tod zentral, aber oft genug gar nicht Thema. Schotty (Bjarne Mädel) ist ein grundsympathischer Prolo mit Goldkette, Schnauzer und Pferdeschwanz, der sich – meist in Hamburg und Umgebung – in hochgradig schrägen Situationen wiederfindet. Und irgendwann sogar mit einem Schlossherrn reimt, um einem Fluch zu entgehen. Und zwar „der Beste“ auf „Entferner aller Leichenreste“. (rovi)

Coupling

Britische Sitcom, 4 Staffeln bis 2004
Zum Kauf bei Amazon

Würde das heute noch gehen? Vermutlich nicht, die Geschlechterrollen sind doch stereotyp: Die Frauen suchen einen Ehemann, die Männer wollen immer Sex. Vielleicht sollte man die BBC-Serie als zeithistorisches Dokument sehen, dann ist sie zum Brüllen komisch. Drei Männer und drei Frauen treffen sich im London kurz nach der Jahrtausendwende, trinken viel, haben noch mehr Sex in dieser anarchischen, dreckigen „Friends“-Version. Am besten ist Richard Coyle als Jeff (weswegen man sich Staffel vier auch sparen kann, in der er nicht mitspielt): Unnachahmlich, wie er sich in die unmöglichsten Situationen hineinlaviert, bis sie in völliger Absurdität kulminieren: „I've got the key to the gates of paradise – but I've got too many legs!“ Bei diesem Satz kommen heute noch die Lachtränen. (her)

Middleditch & Schwartz

Impro-Comedyshow, 3 Teile, 2020
Zu sehen bei Netflix

Und dann wird eine eh schon komplizierte Hochzeit von einem Gespenst aufgemischt. Und hinter einer Tür in der Jus-Vorlesung verbirgt sich ein kleines Alien. Es sind absurde Geschichten, die Thomas Middleditch (bekannt aus der Serie „Silicon Valley“) und Ben Schwartz („Parks and Recreation“, „Space Force“) in ihrer Impro-Bühnenshow erzählen – aber zum Schreien komisch werden sie dadurch, dass man ihnen beim Entstehen zuschauen kann: Die Komiker holen sich anfangs Inspiration aus dem Publikum, die sie dann so gewitzt wie überraschend verwursten – in Echtzeit und mit rasant wechselnden Rollen. (kanu)

Detectorists

Britische Sitcom, 3 Staffeln bis 2017
Zu sehen in der Arte-Mediathek

Andy (Mackenzie Crook, der „Detectorists“ auch kreiert hat) und Lance (Toby Jones als frustrierter Gabelstaplerfahrer) suchen Tag für Tag mit Metalldetektoren die Äcker und Wiesen in ihrem verschlafenen Heimatort nach Reliquien und Schätzen ab. Außer Müll finden sie dort aber selten was. Kaum hat sich Andy von seiner genervten Freundin anhören müssen, er würde nur mehr weltvergessen auf den Boden starren, schießen mehrere Kampfjets jäh über die Köpfe der Männer hinweg, ohne dass diese es mitbekommen. Man muss zurückspulen, um den abrupt aufblitzenden Action-Moment inmitten der britischen Tristesse nicht für eine Einbildung zu halten. Dafür ist der resultierende Lachanfall umso stärker. (mt)

Wizard People, Dear Reader

Von Brad Neely, 2004
Film: bei diversen Anbietern, zum Kauf ab 3,99 Euro
Tonspur: Archive.org

Einer der eigenartigsten Auswüchse der „Harry Potter“-Fankultur ist auch einer der lustigsten: Drei Jahre nach dem Start von „Harry Potter und der Stein der Weisen“ machte eine Synchronisation des Fantasyfilms die Runde im Internet. Schon ihr Titel (zu Deutsch etwa: „Zauberer-Menschen, liebe Leser!“) deutete auf den verschrobenen Humor ihres Urhebers hin; Comiczeichner Brad Neely bemüht keine klassische Parodie à la „Lord of the Weed“ (die „Herr der Ringe“ zur Kifferkomödie umdichtet).

Er stülpt dem Filmplot sein eigenes, unendlich seltsames und virtuos vulgärpoetisches „Potter“-Universum über, dass seiner Vorlage huldigt, sie zeitgleich verspottet – und sie sich mit bizarren Sprachbildern und Übertreibungen zu eigen macht. („I am a beautiful animal! I am a destroyer of worlds!“, blafft Harry hier nach dem Quidditch-Match.)
Um dieses von Neely mit zitternder Goblinstimme gelesene Unikat zu genießen, sollte man des Englischen mächtig sein. Und über einen Videostream des ersten „Potter“-Films verfügen. Dann muss man nur die online frei verfügbare Tonspur mit dem Bild abstimmen – Genauigkeit ist dabei sekundär. (and)

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