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Was bleibt vom Digitalisierungsturbo in Schulen?

Der Unterricht soll Kinder auf die Zukunft vorbereiten. Die digitale Kompetenz wird dabei aber seit Jahren vernachlässigt. Experten hoffen, dass die Pandemie das ändert.

Sie wischen, chatten, zocken und sind ihren Eltern auch sonst in der digitalen Welt meist um Längen voraus. Von einem Tag auf den anderen war dann plötzlich auch der Schulalltag gänzlich digital und hat alle Beteiligten vor neue Herausforderungen gestellt. Schnell wurden die Grenzen der „Digital Natives“-Generation offenbar. Bei der man vielfach nur von einer Wischkompetenz sprechen kann. Sie sind Nutzer, aber längst keine versierten Anwender.

Forderungen nach digitaler Bildung von Experten und Vereinen wie der Österreichischen Computergesellschaft (OCG) blieben lang unbeachtet. Obwohl die Politik im vergangenen Jahrzehnt die Wichtigkeit dieses Themas immer wieder betonte. Während die Politik weiter überlegt, verliere man denAnschluss, heißt es seit jeher seitens der IT-Branche.

Programmieren beginnt am Papier.
Deswegen lud die Österreichische Computergesellschaft anlässlich des nahenden Notenschlusses zu einem Thinktank-Webinar, das der Frage nachging: Hat der Digitalisierungsturbo die Schule nachhaltig verändert? Welche Lehren können aus dieser Zeit gezogen werden?

Die Teilnehmer erstreckten sich über Experten der IT-Branche, dem Bildungsdirektor aus Wien, Heinrich Himmer, dem Direktor einer burgenländischen NMS sowie auch Vertretern von Initiativen wie dem „Biber der Informatik“, „Informatik-Olympiade“ und dem Salzburger Projekt „Go4IT“ (siehe Kästen oben). Der Konsens war schnell gefunden: Es muss noch viel passieren, aber die Pandemie hat die Aufmerksamkeit in die richtige Richtung gelenkt.

„Digitale Bildung ist ein absoluter Schlüsselfaktor für die Zukunft, neben Lesen, Schreiben und Rechnen brauchen wir auch digitale Kompetenzen“, stellt OCG-Präsident Wilfried Seyruck eingangs klar. Es gehe nicht darum, die Schüler nur noch am PC oder Tablet lernen zu lassen oder gar im Distance Learning zu belassen. Denn Programmieren setze nicht zwingend den Zugang zu einem technischen Hilfsmittel voraus. Vielmehr gehe es darum, Kindern den Zugang zum Blick hinter die Kulissen einer Smartphone-App oder eines Spiels zu bieten, sie an rechnerische Frage- und Problemstellungen heranzuführen. Logisches Denken und kreatives Problemlösen mit einem spielerischen Zugang resultiere nicht automatisch darin, dass alle Kinder Programmierer werden wollen. Sehr wohl darin, dass sie neue Denkweisen und Zugänge kennenlernen.

Es gibt noch viel zu tun. Eines hat sich nach eineinhalb Jahren Distance Learning herauskristallisiert: Ohne digitale Fähigkeiten wird der Einstieg ins Berufsleben zunehmend schwerer. Nahezu jeder heutige Beruf setzt Computerkenntnisse voraus. Vielfach organisieren sich Schulen selbst und warten nicht länger auf eine digitale Gesamtstrategie. So wie der Direktor Daniel Karacsonyi, dessen Schule seit 2020 den Europäischen Computerführerschein (ECDL) anbietet und dessen Schüler bei einem Werdegang in der HTL einen entscheidenden Vorteil zu anderen Bewerbern mitbekommen.

Generell übernimmt derzeit auch die IT-Branche wie die OCG die Lehrerfortbildung, die in der eigentlichen Ausbildung kaum bedacht werde. So wie sie sich auch darum kümmert, dass junge Mädchen mehr Vertrauen in ihre IT-Fähigkeiten fassen. Denn Wettbewerbe wie der „Biber der Informatik“ zeigen, dass die Fähigkeiten sich eigentlich zwischen Buben und Mädchen kaum unterscheiden.