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Wien-Ankara: Türken-Integration wird zur Chefsache

Wien-Ankara: Türken-Integration wird zur Chefsache
Wien-Ankara: Türken-Integration wird zur ChefsacheVP-Außenminister Michael Spindelegger und sein türkischer Amtskollege Ahmet Davutoglu (c) Reuters (Umit Bektas)
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"Was wir unter Integration verstehen ist die Tatsache, dass die Türken in Österreich die Sprache erlernen", sagt der türkische Außenminister Davutoglu. Minister Spindelegger kündigt eine Integrations-Konferenz an.

Die Integration der Türken in Österreich wird zur diplomatischen Chefsache zwischen Wien und Ankara. VP-Außenminister Michael Spindelegger und sein türkischer Amtskollege Ahmet Davutoglu haben am Donnerstag in Ankara die Abhaltung einer hochkarätigen Integrationskonferenz vereinbart. Diese Konferenz soll Anfang des kommenden Jahres in Wien stattfinden. "Was wir unter Integration verstehen ist die Tatsache, dass die Türken in Österreich die Sprache erlernen (...) und gemäß den österreichischen Gesetzen leben sollen", betonte Davutoglu in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Spindelegger.

Die Konferenz soll während des Österreich-Besuchs von Davutoglu abgehalten werden. Der türkische Außenminister, Spindelegger und der deutsche Chefdiplomat Guido Westerwelle sollen Impulsreferate halten. Dabei geht es vor allem um einen konkreten Austausch über vorbildliche Lösungen für Integrationsprobleme.

Außenminister Michael Spindelegger vor dem Porträt des türkischen Staatsgründers Mustafa Kemal Ataturk(c) Reuters (Umit Bektas)

Türken in Österreich "keine Hürde"

Die 200.000 türkischstämmigen Bürger in Österreich seien "keine Hürde" für die bilateralen Beziehungen zwischen Wien und Ankara, sondern "ein gutes Potenzial für die Zukunft", betonte der türkische Chefdiplomat, der sich zugleich strikt gegen eine Assimilation der Türken in Österreich wandte. "Assimilation ist ein Prozess, bei dem eine Kultur eine andere zerstört. Das passt nicht mit universellen Werten zusammen", sagte Davutoglu, der zugleich die wachsende Diskriminierung von Zuwanderern in Europa beklagte. "Das ist gegen die europäische Kultur."

Spindelegger zeigte sich "sehr froh" über die Klarstellungen seines Amtskollegen zur Integration von Türken in Österreich. "Mit der heutigen Vereinbarung haben wir einen wichtigen Meilenstein gesetzt", sagte der Minister. Die Konferenz solle nämlich auch dazu beitragen, das Bild des EU-Beitrittswerbers Türkei in Österreich "zurechtzurücken". Dieses Bild sei nämlich sehr stark vom Verhalten der türkischstämmigen Staatsbürger und Zuwanderer geprägt. "Ich glaube, dass wir bei dieser Konferenz viel an Terrain aufarbeiten können, wo es Missverständnisse gibt und wo man auch klar radikalen Tendenzen Einhalt gebieten kann", betonte Spindelegger. Er stelle zugleich klar, dass Österreich am Grundprinzip der Religionsfreiheit festhalte: "Jeder, der sich zum muslimischen Glauben bekennt, soll seine Religion voll und ganz ausüben können."

(APA)