In Albträumen suchen Ahmad Khalil die Verhaftung und die Folter im Gefängnis auch in Österreich immer noch heim.
Folter

Das Grauen und der Kampf um Gerechtigkeit

In Syriens Geheimdienstkerkern mussten Menschen wie Ahmad Khalil entsetzliche Folterqualen erdulden. Dafür wollen sie das Assad-Regime zur Rechenschaft ziehen. Von Österreich aus. Nach dem Weltrechtsprinzip. Doch die Justiz in Wien hat es nicht eilig.

Wenn Ahmad Khalil an diesen Moment denkt, schießen ihm die Tränen in die Augen. Er war so hoffnungsfroh damals, im Februar 2011. Die Nachricht vom Rücktritt des ägyptischen Langzeitpräsidenten Hosni Mubarak versetzte ihn in Euphorie. Er stürmte aufs Flachdach seines Hauses in Artouz, einem staubigen Vorort von Damaskus, und schrie seine Freude hemmungslos in die Welt. Die Nachbarn wunderten sich. „Ein arabischer Diktator ist gestürzt“, rief Ahmad Khalil ihnen zu. Was in Ägypten gelungen sei, müsse doch auch in Syrien möglich sein, dachte er.

Doch der Handelsunternehmer für Zahntechnikprodukte blieb zunächst vorsichtig – aus Rücksicht auf seine Frau und seine drei Kinder, aus Angst. Wer gegen den syrischen Geheimdienststaat aufmucken wollte, brauchte Mut, sehr viel Mut. Mitte März 2011 begannen die ersten Demonstrationen. Im südwestsyrischen Daraa hatten Jugendliche Parolen zum Sturz des Regimes an Häuserwände gemalt. Ihre Verhaftung löste Proteste aus. Ahmad Khalil verfolgte sie zunächst noch aus der Ferne. Facebook und YouTube waren seine Fenster zur Freiheit.

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