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Viertelfinale

Dänemark besiegt Tschechien und steht im Halbfinale

Dänemarks Jubel
Dänemarks JubelAPA/AFP/POOL/DAN MULLAN
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Danish Dynamite zündete diesmal kein Feuerwerk, doch eine starke erste Halbzeit genügte für den 2:1-Sieg.

Die Fußballfans aus Tschechien und Dänemark hatten das harte Los gezogen, denn um ihre Mannschaften im EM-Viertelfinale zu unterstützen, mussten sie nicht nur Corona-Hürden sondern auch den weiten Weg nach Baku nehmen. Je ein Block in Rot hatte sich im Backofen am Kaspischen Meer eingefunden, nur einer bejubelte den Traumstart der in Weiß spielenden Dänen. Ein Eckball des Ex-Austrianers Jens Stryger Larsen fand den völlig allein gelassenen Thomas Delaney, der zum 1:0 abschloss (5.). Der Schönheitsfehler: Eigentlich hätte es Abstoß geben müssen, doch solche Schiedsrichter-Entscheidungen fallen auch bei der Tor-Kontrolle nicht den Zuständigkeitsbereich des VAR, weshalb der Treffer zählte.

War die Führung also eine glückliche, demonstrierte Dänemark danach seine Qualitäten. Mit vielen Positionswechseln ließ die Mannschaft von Kasper Hjulmand die Tschechen nicht zu ihrem Spiel und in die Zweikämpfe finden, sie selbst zog schnörkellos vor das Tor. Ein mustergültiger Konter brachte das 2:0: Joakim Maehles Außenristflanke war ebenso sehenswert wie der Volleyabschluss von Kasper Dolberg in der Mitte (42.).

Tschechien darf noch einmal hoffen

Mit einem Doppelwechsel zur Pause belebte Jaroslav Šilhavý die tschechische Offensive, und plötzlich hatte Kasper Schmeichel sehr viel mehr zu tun als ihm lieb war. Für das Tor aber zeichnete, natürlich, Patrik Schick verantwortlich. Der Leverkusen-Angreifer entzog sich bei einer Flanke seinem Bewacher und erzielte den Anschlusstreffer – sein fünftes EM-Tor, womit er in der Schützenliste zu Cristiano Ronaldo aufschloss und in seiner Heimat den EM-Rekord von Milan Baroš einstellte (65.).

Weil der eingewechselte Yussuf Poulsen mehrere dänische Chancen auf die Vorentscheidung vergab, durfte Tschechien bis zum Schluss noch auf die Wende oder zumindest eine Verlängerung hoffen. Doch mit dem angeschlagenen Schick ging auch die Torgefahr verloren, und mit den Minuten schwanden trotz beherzten Kampfes (davon zeugten zwei Turbane) auch die Kräfte.

Es war kein Feuerwerk, das Danish Dynamite diesmal gezündet hatte, doch es genügte um erstmals seit 1992 wieder in ein EM-Halbfinale einzuziehen. Damals stürmten die Dänen sensationell zum Titel – mit ähnlichen Hoffnungen werden die Fans ihre Mannschaft am Mittwoch im Londoner Wembley-Stadion anfeuern.

(swi)