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Leitartikel

Lobautunnel: So unsozial kann grüne Machtpolitik sein

APA
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Der Lobautunnel kommt vorerst nicht. Die grüne Retourkutsche für den Rauswurf aus der Stadtregierung hat für Wiener Außenbezirke verheerende Folgen.

Zynisch könnte man resümieren: Durch das grüne Njet zum Bau des Lobautunnels sind in Teilen der Hauptstadt zumindest die Grundstückspreise gesunken. Denn seit vielen Jahren wird in den Stadtentwicklungsgebieten nördlich der Donau kräftig spekuliert. Kostete der Quadratmeter vor zehn Jahren noch 100 Euro, kletterte der Preis zuletzt auf bis zu 700 Euro. Und nur damit es keine Missverständnisse gibt: Die Rede ist von Grünland. In Floridsdorf und in der Donaustadt weiß man längst, wer die größten Immobilienhaie sind: Es sind die Bauern. Und dank Leonore Gewessler dürfen sie auf ihren Äckern an der Stadtgrenze nun wieder Salat anbauen. So wie früher.

Die grüne Umweltministerin hat vergangenen Donnerstag nicht nur ein Straßenprojekt auf Eis gelegt, sie hat einer ganzen Region einen wirtschafts- und sozialpolitischen Bärendienst erwiesen. Die Art und Weise, wie sie es getan hat, könnte Freunde der guten, alten Machtpolitik allerdings in Verzückung bringen. Und auch das Timing ist beachtlich. Just als nach der Tötung eines 13-jährigen Mädchens die Debatte über den Umgang mit kriminellen Asylwerbern ausbricht, setzt Gewessler einen gezielten Kontrapunkt.