Gastkommentar

Abzug vom Hindukusch: Ausgebrannt und zerkratzt

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Die letzten Soldaten aus Nato-Staaten verlassen Afghanistan. Der Ausgang des 20-jährigen Einsatzes bleibt ungewiss.

Und wieder zieht sich eine Großmacht vom Hindukusch zurück: ausgebrannt, zerkratzt, desillusioniert. Nach Briten und Sowjets hat Afghanistan auch die Amerikaner gelehrt, dass dieses Land ein zu harter Boden für ausländische Eindringlinge ist. Egal, ob sie im Guten oder im Bösen kommen: Afghanistan wirft seine fremden Besatzer ab – und wenn der Abwehrkampf jahrzehntelang dauert.Gastkommentare und Beiträge von externen Autoren müssen nicht der Meinung der Redaktion entsprechen.

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Letzte Woche zogen die letzten Soldaten der deutschen Bundeswehr ab, 59 Tote kostete der Einsatz. Insgesamt verlor die Nato bei ihrer 20-jährigen Intervention in Afghanistan über 3500 Soldaten, fast jeder der 30 Mitgliedsstaaten hat Tote und Verwundete zu beklagen. Die meisten Gefallenen sind US-Soldaten: 2448. Die Zahl der getöteten Afghanen und Afghaninnen geht in die Hunderttausende.

Die USA führten nach den Terroranschlägen auf New York und Washington vom 11. September 2001 diesen Nato-Einsatz in Afghanistan an, von wo aus das Netzwerk al-Qaida von Osama bin Laden seinen Großangriff geplant und vorbereitet hatte. 825 Milliarden Dollar haben die Amerikaner seither für diesen Einsatz bezahlt. Osama bin Laden haben die USA 2011 in Pakistan erwischt und getötet, die Ausbildungszentren und Rückzugsräume für Terroristen in Afghanistan wurden zerstört und die Taliban, die den Terrorzellen Unterschlupf gewährt hatten, wurden von der Macht vertrieben. Aber sonst?


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