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EZB-Direktorin: Angst vor hoher Inflation ist „unbegründet“

Inflation im Euroraum werde allenfalls an die EZB-Zielmarke heranrücken.

Frankfurt. EZB-Direktorin Isabel Schnabel hält trotz Chancen für kräftigere Wachstumsraten im Euroraum nach der Pandemie die derzeitigen Inflationssorgen für nicht gerechtfertigt. „Selbst in diesem Umfeld sind Befürchtungen einer zu hohen Inflation unbegründet“, sagte das Mitglied des sechsköpfigen Führungsteams der Europäischen Zentralbank (EZB).

Auch im günstigsten Szenario werde die Teuerung in den nächsten Jahren sehr wahrscheinlich klar unter den Niveaus bleiben, die die Preisstabilität in den 70er- und 80er- Jahren bedrohten. Die deutsche Ökonomin wies aber in einer Rede darauf hin, dass der wachsende Anteil der Geimpften in der Bevölkerung die wirtschaftliche Erholung unterstützt. Daher gebe es Chancen, dass die Inflation im Euroraum wieder näher an die mittelfristige Zielmarke der Notenbank heranrücke, sagte sie. Die EZB strebt knapp unter zwei Prozent Inflation im Euroraum an, hat dieses Ziel aber in den vergangenen Jahren zumeist etwas verfehlt. Im Juni lag die Inflation in der 19-Ländergemeinschaft bei 1,9 Prozent. (ag)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.07.2021)