Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Premium
Rohstoffe

Wo Russland die Welt wirtschaftlich in der Hand hat

Ein russischer Barren aus 99,97 Prozent reinem Palladium - seit dem Dieselskandal im Westen nachgefragt wie nie.
Ein russischer Barren aus 99,97 Prozent reinem Palladium - seit dem Dieselskandal im Westen nachgefragt wie nie.
  • Drucken
  • Kommentieren

Immer wieder will der Westen Russland mit Sanktionen maßregeln. Zu wirklich wirksamen greift er dabei nicht. Aus gutem Grund, wie ein genauer Blick auf Russlands Ressourcen zeigt. Denn sie sind vielfältiger als gemeinhin angenommen.

Was passieren kann, wenn man unbedacht Sanktionen gegen einen wichtigen russischen Konzern verhängt, musste die Welt zum ersten Mal schmerzhaft im April 2018 erfahren. Damals verboten die USA, Aluminium von Rusal zu kaufen. Der Konzern mit seinen 60.000 Mitarbeitern stoppte die Lieferungen in seinen Hauptmarkt Europa. Und der Preis für den Rohstoff schnellte um 15 Prozent in die Höhe.


Damit hatten offenbar auch die Amerikaner nicht gerechnet. Das US-Finanzministerium wurde von den eigenen Konzernen – nicht zuletzt vom Flugzeugbauer Boeing – belagert. Am Ende lenkte Rusal-Mehrheitseigner Oleg Deripaska, dem Mithilfe bei der angeblich russischen Einmischung in die US-Präsidentenwahlen 2016 vorgeworfen wurde und der übrigens auch Großaktionär der österreichischen Strabag ist, ein und reduzierte seine Anteile. Und am Ende hoben die USA – in einer beispiellosen Eile – die Sanktionen schon nach wenigen Monaten auf.

Schuss ins eigene Knie

Beim Versuch, Russlands Wirtschaft und unliebsame Personen des Establishments wirklich zu treffen, kann der Schuss also leicht nach hinten losgehen. Denn gerade in jenen Sektoren, die Russlands - wohlgemerkt ziemlich angeschlagene - Wirtschaft vorrangig tragen, ist die Welt von Russland genauso abhängig wie umgekehrt.


Nicht zufällig blieben die bisherigen westlichen Wirtschaftssanktionen, einmal abgesehen vom Versuch bei Aluminium, auf Erschwernisse bei Finanzierungen und beim Technologietransfer beschränkt – und damit in ihrer Wirkung überschaubar.


Dennoch tauchten auch in letzter Zeit wieder Überlegungen auf, vielleicht doch einmal eine härtere Gangart zu versuchen.