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Interview

„Die Welt verändert sich zu Ungunsten des Westens“

„Eine Abhängigkeit von Russland kann für Europa schädlich sein“, sagt der lettische Präsident, Egils Levits, in einem Gespräch in Wien.(c) Caio Kauffmann
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Egils Levits, Präsident Lettlands, erzählt, was er Joe Biden geraten hat, warum er Chinas Quantencomputer fürchtet und wo sich Österreich lieber zurückhalten sollte.

Die Presse: Einen Tag bevor US-Präsident Joe Biden auf den russischen Präsidenten, Wladimir Putin, traf, haben Sie mit Biden beim Nato-Treffen gesprochen. Was haben Sie ihm geraten?

Egils Levits: Mein Ratschlag war, Putin zu sagen, dass die Nato nicht nur militärische Kapazitäten hat, sich zu verteidigen, sondern auch den politischen Willen dazu. Putin hat erkannt, dass dieser Wille in der vorherigen US-Regierung ein bisschen uneindeutig geworden war. Biden musste wieder Entschlossenheit demonstrieren. Denn Russland sucht nach Schwachstellen des Westens. Wenn diese geschlossen werden, ergibt die aggressive Haltung Russlands auch keinen Sinn mehr.

Erkennen Sie diese Entschlossenheit in der EU auch?

Belarus ist der Lackmustest: Hier zeigt sich, dass die EU versteht, dass sie eine Werteunion ist, die ihre Werte im politischen und wirtschaftlichen Feld verteidigt.

In den vergangenen Wochen hieß es immer wieder aus europäischen Kreisen, dass Österreich in der Frage von Belarus-Sanktionen eine blockierende Position eingenommen habe.