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Strategie

Großaktionär Atlantia prüft Verkauf der Hochtief-Beteiligung

Die von der Milliardärsfamilie Benetton kontrollierte Atlantia befindet sich derzeit im Umbau. Der Konzern erwägt laut Insidern den Ausstieg aus der Baubranche.

Der italienische Hochtief-Großaktionär Atlantia sieht seine Beteiligung von knapp 16 Prozent an dem deutschen Baukonzern Insidern zufolge nicht mehr als strategisch an und prüft einen Verkauf des Aktienpakets. Atlantia erwäge einen Ausstieg, sagten drei mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Atlantia überlege, künftig aus der Bau-Branche auszusteigen, sagte einer der Insider.

Es gebe aber noch keine finale Entscheidung mit Blick auf Hochtief und Atlantia stehe nicht unter Zeitdruck, sagte eine andere mit dem Vorgang vertraute Person. Ein Hochtief-Sprecher wollte die Aussagen am Mittwoch nicht kommentieren. Die Italiener sind mit einem Anteil von 15,9 Prozent zweitgrößter Aktionär bei Hochtief, die Mehrheit hält mit knapp über 50 Prozent der spanische Mutterkonzen ACS.

Die von der Milliardärsfamilie Benetton kontrollierte Atlantia war 2018 im Zuge der Übernahme des spanischen Mautstraßen-Betreibers Abertis bei Hochtief eingestiegen. Die Atlantia-Beteiligung an Hochtief ist nach aktuellen Kursen rund 750 Millionen Euro wert.

Atlantia befindet sich derzeit im Umbau. Der Konzern trennt sich von seinem Autobahnbetreiber Autostrade per l'Italia (ASPI), der an die Staatsbank CDP, den Finanzinvestor Blackstone und die australische Investmentbank Macquarie geht. Atlantia liegt seit dem Brückeneinsturz 2018 in Genua mit 43 Toten im Clinch mit der Regierung in Rom. Diese gibt der Holding die Schuld an dem Unglück und drohte mit dem Entzug der Lizenz.

Atlantia arbeite nun mit der Unternehmensberatung McKinsey an strategischen Optionen für das künftige Geschäft, sagte einer der Insider. Dies solle bis Jahresende abgeschlossen werden. Atlantia prüfe etwa einen Ausbau seines digitalen Bezahldienstes Telepass und erwäge dazu auch Übernahmen in Europa. Aber auch das Geschäft mit erneuerbaren Energien habe das Interesse der Italiener geweckt.

(APA/Reuters)