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Alberto Contador: Weitere Indizien für Blutdoping

Alberto Contador Weitere Indizien
(c) EPA (EMILIO NARANJO)
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Plastikrückstände in der Probe belasten den Tour-Sieger schwer. Der Spanier leugnet weiterhin. Contador streitet die Vorwürfe ab: "Ich bin sehr traurig und desillusioniert."

[MADRID/RED]Jordi Segura, der Entwickler des indirekten Blutdoping-Nachweises durch Plastikrückstände von Blutbeuteln, sieht in den kolportierten acht- bis zehnfach erhöhten Werten in den Proben von Tour-de-France-Sieger Alberto Contador den eindeutigen Hinweis auf Doping. „Diese Parameter sind eindeutig. Man müsste die Daten aber auch daraufhin prüfen, ob es in davor und danach vorgenommenen Proben plötzliche Änderungen gibt“, erklärt der Wissenschaftler vom Antidoping-Labor in Barcelona.

Seine von der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) noch nicht freigegebene Analysemethode zum Nachweis von Blutdoping sei wasserdicht. „Sie ist sehr gut, robust und einer der wichtigsten Fortschritte der letzten Jahren. Sie ist der einzige Weg, den wir kennen, um Eigenbluttransfusionen nachzuweisen“, so Segura. Er merkte aber auch an, dass aus rechtlicher Sicht sehr wohl noch zusätzliche Beweise nötig sein dürften, das aber müsse die Wada klären. Aus rein technischer Sicht sei der Test perfekt anwendbar.

 

Ein Steak soll es gewesen sein

In der Vorwoche war bekannt geworden, dass Contador bei seinem Tour-Sieg im Juli eine positive Probe auf Clenbuterol abgegeben hat. Segura zeigte sich allerdings verwundert, dass die laut Medienberichten in Köln vorgenommene Analyse der Dopingproben auf Plastikrückstände ohne Rücksprache vorgenommen wurde.

Der Spanier führt die nachgewiesene verbotene Substanz auf ein verunreinigtes Steak zurück. Laut Medienberichten fanden sich in zwei Proben des Spaniers außerdem auffällige Werte an Plastikteilchen, die ein Indiz für Blutdoping sein können. Alberto Contador, der Doping vehement bestreitet, ist ziemlich mitgenommen von den Entwicklungen. „Ich bin sehr traurig und desillusioniert. So sehr ich nachdenke, ich verstehe es nicht.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.10.2010)