Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Premium
Leitartikel

Popanz, Populismus und Paranoia: Im Rausch der Illiberalität

Hungarian PM Orban attends a business conference in Budapest
Viktor Orbán (Archivbild)(c) REUTERS (BERNADETT SZABO)
  • Drucken
  • Kommentieren

Als konservativer Patriot verkleidet, hat Viktor Orbán die Macht in Ungarn monopolisiert. Doch sein Kostüm wird mit jeder Provokation löchriger.

Als Medienschaffender muss man Viktor Orbán in diesen Tagen aus mindestens drei Gründen dankbar sein. Erstens liefert er mit seinen Eskapaden reichlich Füllmaterial zum Stopfen des Sommerlochs in der EU-Berichterstattung. Zweitens setzt er das Geld ungarischer Steuerzahler für Inserate in europäischen Zeitungen ein und leistet damit einen großen Beitrag zur Zerstreuung allfälliger Illusionen über die Haltung Ungarns zur liberalen Demokratie im Allgemeinen und der Europäischen Union im Speziellen. Und zu guter Letzt lädt Orbáns Mitteilungsdrang zu einem Gedankenexperiment ein: Wäre es möglich, dass beispielsweise die Regierung Luxemburgs in den führenden Zeitungen Ungarns Inserate schaltet, um die ungarische Bevölkerung darüber aufzuklären, dass gleichgeschlechtliche Liebe und Kinderschändung nichts miteinander zu tun haben?