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Ökonom: "Abwertungswettlauf ist wirtschaftlich sinnlos"

Ökonom:
(c) AP
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Die resultierenden politischen Zerwürfnisse könnten den Druck zum Protektionismus erhöhen, warnt IfW-Präsident Dennis Snower. Langfristig sei eine strikte Abwertungspolitik zum Scheitern verurteilt.

Der Präsident des deutschen Instituts für Weltwirtschaft (IfW), Dennis Snower, hat die großen Wirtschaftsmächte vor einem Währungskrieg gewarnt. "Ein Abwertungswettlauf unter den großen Währungen ist politisch kostspielig und wirtschaftlich sinnlos", sagte der Ökonom heute, Freitag. Die Gefahr, die von einem solchen Währungskrieg für die Weltwirtschaft ausgehe, sei groß: "Die resultierenden politischen Zerwürfnisse könnten den Druck zum Protektionismus erhöhen", warnte Snower.

Wegen des starken Yen und Deflationsgefahren hatte die japanische Zentralbank den Leitzins in dieser Woche überraschend auf Null gesetzt. Die expansive Geldpolitik der USA und der EU habe ebenfalls bereits zu Schwächungen von Euro und Dollar geführt: "Kurzfristig mag es leicht erscheinen, die Nachfrage in einem Land durch eine Abwertung der eigenen Währung und einer damit einhergehenden Stimulierung der Exporte zu beleben", sagte Snower. Langfristig sei eine solche Strategie auf globaler Ebene jedoch zum Scheitern verurteilt. "Es ist unmöglich, dass alle Länder zugleich ihre Währungen entwerten."

Besonders die Politik der Federal Reserve in den USA berge große Gefahren, mahnte Snower. Die derzeitige Strategie der Fed führe zu einer Abwertung des Dollar, die eine Kettenreaktion auslösen könne. "Denn Schwellenländer könnten hierauf ebenfalls mit einer Abwertung ihrer Währung reagieren und so in einen Abwertungswettlauf eintreten", sagte Snower. Die USA müssten unbedingt die exzessiven Risiken im Finanzsektor begrenzen. Nur dann könne das Land auf einen langfristigen Wachstumspfad kommen.

Auch China habe dadurch einen großen Anreiz, seine Währung billig zu halten, um die Nachfrage im Land zu stimulieren und seine Exporte zu verbilligen: "China muss einen Wohlfahrtsstaat aufbauen und dadurch seine Bürger ausreichend vor ökonomischen Schocks schützen. Erst dann wird es möglich sein, den Chinesen Anreize zu geben, weniger zu sparen und mehr zu konsumieren."

(Ag.)