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Asien

China kontrolliert Konzerne strenger

Peking
PekingImago
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Börsengänge im Ausland müssen künftig von der Finanzaufsicht erlaubt werden.

Peking. Die chinesische Regierung zieht bei privaten Großkonzernen die Daumenschrauben an. Insidern zufolge müssen Firmen Pläne für einen Börsengang im Ausland künftig von den Behörden absegnen lassen. Auch will die Finanzaufsicht CSRC bereits börsenotierte Firmen genauer unter die Lupe nehmen – vor allem jene, die für ihren Gang an den Kapitalmarkt ein spezielles juristisches Konstrukt wählen, das VIE (Variable Interest Entities) genannt wird. Der chinesischen Regierung zufolge erleichtert es Betrügereien.

VIE wurden vor rund zwei Jahrzehnten ins Leben gerufen, um die Beschränkungen ausländischer Investitionen bei chinesischen Firmen in sensiblen Branchen wie Medien oder Telekommunikation zu umgehen. Hierfür gründen Unternehmen einen Ableger zum Beispiel auf den Cayman Islands oder Virgin Islands. Mittels Verträgen werde die neue Firma zum alleinigen wirtschaftlich Begünstigten des Ursprungsunternehmens, das das operative Geschäft weiterführe, schreiben die Analysten der Investmentbank Jefferies in einer Studie. Die VIE-Struktur sei für Firmen aus Branchen gedacht, für die in China eine staatliche Lizenz notwendig sei.

Das VIE-Konstrukt erlaubt Investoren, sich in chinesische Firmen einzukaufen, ohne auf eventuelle Beschränkungen ausländischer Beteiligungen an chinesischen Firmen Rücksicht nehmen zu müssen, sagt Ivy Wong von der Anwaltskanzlei Baker McKenzie. Vor allem Technologiefirmen haben VIE genutzt. Börsengänge chinesischer Firmen im Ausland werden durch die verschärfte Überprüfung vorerst schwierig bis unmöglich. Der auf den Medizinbereich spezialisierte Daten-Dienstleister LinkDoc hat bereits reagiert und seinen VIE-Börsengang in den USA in letzter Minute abgeblasen.

Chinas Notenbank setzt Impuls

Gleichzeitig verschafft Chinas Notenbank Banken mehr Freiraum für Kredite und will damit der Konjunktur größeren Schub verleihen. Sie kündigte an, dass Institute ab dem 15. Juli weniger Kapital als Mindestreserve halten müssen. Damit sollen rund eine Billion Yuan an Liquidität freigesetzt werden. (Reuters)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.07.2021)