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Streitgespräch

"Kenne ganz viele, die können und wollen nicht gurgeln": Über die Testpflicht für Kinder

Belastung für Familien oder nötig, um eine neue Welle zu verhindern? „Die Presse am Sonntag“ bat Wagner und Arnoldner (v. l.) zur virtuellen Diskussion.
Belastung für Familien oder nötig, um eine neue Welle zu verhindern? „Die Presse am Sonntag“ bat Wagner und Arnoldner (v. l.) zur virtuellen Diskussion.Die Presse/Clemens Fabry
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Dass sich nun Kinder ab sechs Jahren in Wien testen müssen, sorgt für eine Debatte. ÖVP-Politikerin Bernadette Arnoldner und Mikrobiologe Michael Wagner im Streitgespräch.

Frau Arnoldner, Herr Wagner, haben Sie selbst Kinder?

Bernadette Arnoldner: Ja, ich habe eine sechsjährige Tochter und einen neunjährigen Sohn.

Michael Wagner: Ich habe zwei erwachsene Söhne und eine neunjährige und eine siebenjährige Tochter.

Als Experte bzw. Politikerin, auch als Eltern: Wie sehen Sie Wiens Testpflicht für Kinder?

Arnoldner: Wir alle haben im letzten Jahr viel mitgemacht, auch ich als Mama genauso wie als Politikerin. Ganz wichtig ist es in der Politik, dass nicht nur Zahlen gelten, sondern dass man auch an die Menschen denkt. An Familien, Alleinerzieher und vor allem die Kinder. Wenn man überlegt, was da passiert ist in den letzten Monaten, dann ist das natürlich an der Grenze des Zumutbaren, die Menschen brauchen Kraft. Die Testpflicht ist jetzt aber eine riesige Belastung für Familien.

Wagner: Ich beschäftige mich als Leiter der Gurgelstudie an Schulen seit über einem Jahr mit der Rolle der Kinder in der Pandemie. Ich finde es sehr wichtig, Kinder weiter zu testen, weil sie unter zwölf Jahren noch nicht geimpft sind. Auch bei Kindern gibt es Long-Covid-Erkrankungen und Aufenthalte auf Intensivstationen, natürlich können sie andere infizieren. Da hat man leider lang ein anderes politisches Narrativ gewählt. Kinder und Eltern haben unter den Schulschließungen massiv gelitten. Wir können das im Herbst am besten verhindern, indem wir jetzt testen.