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An der Wall Street ist die Jobkrise weiblich

Wall Street Jobkrise weiblich
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Seit Mitte 2007 verloren über eine halbe Million Frauen in der US-Finanzbranche ihren Arbeitsplatz. Branchenübergreifend ging die Zahl der weiblichen Beschäftigten um etwa 2,6Prozent zurück.

[New York/Bloomberg]Nach acht Jahren als erfolgreiche Derivate-Händlerin bei der Großbank Goldman Sachs wechselte Nancy Davis Anfang 2008 als Portfolio-Managerin zum Hedgefonds Highbridge Capital Management. Ein Fehler: Denn zehn Monate später hieß es dort sparen, und Davis musste gehen. Seitdem ist sie arbeitslos.

Vielen ihrer Branchenkolleginnen geht es ähnlich. Im Zeitraum zwischen Mitte 2007 und Mitte 2010 ist die Zahl der in der Finanz-, Banken- und Versicherungsbranche der USA beschäftigten Frauen um 537.000 gesunken. Das entspricht einem Rückgang von 12,5Prozent. Bei den Männern liegt das Minus bei 3,6Prozent, so die Zahlen des US-Arbeitsministeriums. Branchenübergreifend ging die Zahl der weiblichen Beschäftigten um etwa 2,6Prozent zurück.

 

Klage gegen Goldman Sachs

Auch bei den Gehältern sind Unterschiede erkennbar: Über alle US-Branchen verteilt verdiente eine Frau im Jahr 2000 für jeden Dollar, den ein Mann für seine Arbeit erhielt, 63,9 Cent. 2007 waren es nur noch 58,8 Cent. Am stärksten seien die Unterschiede der US-Regierung zufolge bei den Finanzdienstleistern. So mancher Konzern muss sich deshalb bereits mit Rechtsmitteln herumschlagen. So klagten im September drei ehemalige Mitarbeiterinnen von Goldman Sachs, weil sie schlechter bezahlt worden seien als männliche Kollegen und man sie bei Beförderungen übergangen habe.

Schafften es Frauen in eine Wall-Street-Firma, so erhielten sie meist einen weniger angesehenen Platz im Handel und kämen in eine Abteilung mit geringerem Bonuspool, sagt Kelly Dermody, die die Klägerinnen vertritt. Eine Anschuldigung lautet, dass der Anteil der Frauen in Führungspositionen schrumpft, je höher man in der Hierarchie der Bank nach oben blickt: So seien 29Prozent der „Vice Presidents“ weiblich, aber nur 14Prozent der Partner.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.10.2010)