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BFF Lindsay Lohan und Paris Hilton, 2005
Sommer-Serie

Was wurde aus den It-Girls der 2000er?

„That's hot“ - oder auch nicht. Paris Hilton und ihre Freundin Lindsay Lohan entschieden in den Nullerjahren über Aufstieg und Fall von It-Girls und Nachtclubs. Was machen die beiden heute?

Berühmt fürs Berühmtsein. In den Nullerjahren war man in Hollywood entweder ein It-Girl oder zu langweilig für die Klatschspalten. Und diese hatten (im Gegensatz zu den Protagonistinnen) viel Gewicht. Vor Social Media war der Boulevard noch ein wichtiges Pflaster, um im Gespräch zu bleiben. Paris Hilton und Lindsay Lohan hielten sich als Meisterinnen dieser Ära auf den Titelseiten. Schnelle Bilder ihrer toxischen Freundschaft spülten den Fotografen Geld ins Haus - und hielten Paris Hiltons Einfluss am Leben. Das Urteil "Das ist heiß", oder wie Hilton sagte „that's hot“, konnte in den Nullerjahren Nachtclubs und Prominente aufsteigen oder verschwinden lassen.

Selbst hatte sie keinen schweren Start und wenig zu befürchten. Als Urenkelin von Hotel-Magnat Conrad Hilton startete Paris am 17. Februar 1981 auf einem dicken Polster und mit allen Privilegien ins Leben. In der Schickeria Hollywoods nahm sie wie viele Mitglieder ihrer einflussreichen Familie die Rolle einer schillernden Gestalt des Nachtlebens ein - und übertraf ihre Verwandten schon als Teenager. 

Ein Andenken aus Paris Hiltons Partyära
Ein Andenken aus Paris Hiltons PartyäraImago stock&people

Blinde Flecken

Hilton und ihre Freundin Lindsay Lohan tanzten sich durch die Nächte. Die feurige Mischung zwischen der Sängerin ohne nähere Begabung (den Anfang machte der Flop „Stars are blind“) und dem ehemaligen Kinderstar mit den fehlenden beruflichen Aussichten war reich an Konflikten und Schlagzeilen. Sie liebten sich, sie hassten sich, sogar geschlagen sollen sie sich haben. Zumindest hielt Lindsay Lohan seinerzeit gern blaue Flecken, verursacht durch Hiltons vermeintliche Grobheit, in die Kameras.

Was die beiden außer ihrer Leidenschaft für Partys teilten, waren wiederkehrende - gute - Plätze in der damals populären "Blackwell-Liste", einem Ranking der am schlechtesten angezogenen Frauen. Außerdem teilten sie öffentliche Drogen-Dramen, Entziehungskuren und Gefängniserfahrungen (Trunkenheit am Steuer und Fahren nach Kokain-Konsum). Sie waren Teil einer Riege junger Prominenter, mit denen ein Aufenthalt in der Suchtklinik zum Statussymbol wurde.

Paris Hilton heute
Paris Hilton heuteGetty Images

Hochzeit und Herd

Mittlerweile sind beide Figuren nüchtern geworden. Paris Hilton, aktuell 40 Jahre alt, kehrte den Schlagzeilen weitgehend den Rücken zu und begann damit, ein konservatives Allroundpaket für sich zu schnüren. In einer 13-teiligen Dokuserie "Paris in Love" lässt sie sich beispielsweise von Kameras auf dem Weg zum Altar begleiten, wo sie mit ihrem Verlobten, dem Geschäftsmann Carter Reum, die Ringe tauschen soll. Der Titel ist wohl auch eine Anspielung auf den tiefsten Punkt ihres Lebens, als Hiltons Exfreund Rick Salomon 2004 das selbst gedrehte Amateur-Pornovideo „One Night in Paris“ publik machte.

Nach der Hochzeit kommt die Küche. Hilton ist demnächst auf dem Streaming-Anbieter Netflix mit einer eigenen Kochshow zu sehen. "Cooking with Paris" wird uns „einfache Rezepte aus der Küche von Paris Hilton" näherbringen. Mit Sicherheit aufschlussreich. Und gleich wieder zurück ins Schlafzimmer. Bei der Planung des Nachwuchses wird nichts dem Zufall überlassen. "Wir haben mit einer In-vitro-Fertilisation begonnen", erzählte Hilton vor Kurzem. Das sei der einzige Weg, bei dem sie sicher sein könne, dass sie Zwillinge bekomme - ein Bub und ein Mädchen, so hätte sie es geplant.

Schmuck und NFT-Hype 

Lindsay Lohan hat es ein bisschen anders gemacht. In Hollywood gibt es für sie nicht mehr viel zu tun. Die Schauspielerin hatte in den letzten Jahren nur kleinere Auftritte in Billigproduktionen, wie 2019 in dem Horror-Thriller "Among the Shadows". Begonnen hatte ihre Laufbahn bekanntlich glanzvoller. Populär wurde der frühere Kinderstar ursprünglich durch Komödien wie "Freaky Friday", "Girls Club - Vorsicht bissig" und dem Käfer-Klamauk "Herbie Fully Loaded". Mittlerweile verbringt die Schauspielerin die meiste Zeit in Dubai, entwirft Schmuck und schließt sich (erfolgreich) dem Hype um Non Fungible Tokens (NFT) an.

Ein bisschen Musik macht sie auch noch nebenher. Nachdem Lohan 2004 ihr Debütalbum "Speak" veröffentlicht hatte, gefolgt von "A Little More Personal" (2005), brachte sie jetzt die von Manuel Riva produzierte Single „Lullaby“ heraus. Weil es gerade so angesagt ist, setzte sie dabei auf das junge NFT-Pferd und veröffentlichte die Nummer zuerst über die Plattform "FansForever". Der Verkauf umfasste neben „Lullaby“ auch eine Grafik mit animierten Schmetterlingen auf einer blinzelnden Lohan. Die Auktion wurde mit einem Zuschlag von 85.484,09 US-Dollar abgeschlossen.

Einen anderen Job verfolgt das ehemalige Enfant terrible auch noch, sie entwirft neuerdings Schmuck. Zusammen mit dem britischen Label Lily Baker Jewels brachte sie im Jänner eine eigene Kollektion heraus. Inspiriert wurde sie zu den Stücken durch ihre Isolation in der Pandemie. Außerdem kündigt sich eine lustige Wende an. Lindsay Lohan erhält offenbar demnächst die Hauptrolle in einer noch namenlosen Netflix-Romanze. Sie soll eine verwöhnte und frisch verlobte Hotel-Erbin spielen. Wenn das kein Happy End ist. 

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