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Unwetter

Donnergrollen über Wien, Unwetterschäden höher als im Vorjahr

Gewitter über Wien, Symboldbild(c) imago stock&people (imago stock&people)
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Heftige Gewitter gingen am Mittwochfrüh über Wien und Niederösterreich ab. Die Unwetterschäden im ersten Halbjahr 2021 werden auf 55 Millionen Euro geschätzt. Tendenz steigend.

Wer sie überhört hat, muss schon einen guten Schlaf haben: In den frühen Morgenstunden wurde Wien und Niederösterreich am Mittwoch von lauten Donnerschlägen, grellen Blitzen und heftigen Regenschauern heimgesucht. Gleich drei Gewitterzellen zogen in der Früh über die Bundeshauptstadt, die Unwetterzentrale zählte bis acht Uhr schon 2339 Blitze. In Niederösterreich wurden über 24.000 geortet.

Währenddessen kühlte es nach dem besonders heißen Dienstag deutlich ab. Lange hält das nasse Wetter im Osten des Landes, der derzeit unter extremer Trockenheit leidet, jedoch nicht an. Im Laufe des Tages kehrt der Sonnenschein zurück, bis zu 30 Grad werden erwartet.

Österreich wurde bereits von einer Reihe an starken Unwettern heimgesucht - und teils schwere Schäden angerichtet. Versicherungen schätzen die durch Unwetter und Naturkatastrophen entstandenen Schäden im ersten Halbjahr 2021 auf bis zu 55 Millionen Euro. Die Häufigkeit und Intensität von Unwettern soll in den kommenden Jahren weiter zunehmen, heißt es.

Hagel das größte Problem

Die Allianz Österreich schätzt den durch Unwetter verursachten Schadensaufwand in den ersten sechs Monaten auf 50 bis 55 Mio. Euro. Schäden seien vor allem durch Hagelstürme gegen Ende des Halbjahres entstanden und betrafen zu rund zwei Dritteln Infrastruktur und Gebäude. Besonders betroffene Gebiete waren dabei das Salzkammergut und das Innviertel in Oberösterreich, sowie das nördliche Niederösterreich, wie ein Sprecher der Allianz im Gespräch erklärte.

In der UNIQA verzeichnete man bis dato 18.000 gemeldete Schadensfälle mit einer Schadenshöhe von 46 Mio. Euro. Zu Beginn des Jahres entstanden Schäden vor allem durch Schneedruck, insbesondere in Kärnten. Gegen Ende des Halbjahres seien Hagelstürme die mit Abstand folgenreichste Unwetterart gewesen, heißt es dort auf Nachfrage der APA. Betroffen waren hier ebenfalls vor allem Ober-und Niederösterreich.

Auswirkungen des Klimawandels spürbar

Die Naturkatastrophen-Statistik der UNIQA zeige in den vergangenen Jahren ganz klar eine hohe Volatilität, die Auswirkungen des Klimawandels seien spürbar, so das Unternehmen. Die Wahrscheinlichkeit von Wetterereignissen, die große Schäden im Sach-und Kfz-Bereich zur Folge hätten, sei mittlerweile in jeder Jahreszeit gegeben, heißt es dort.

Die Wiener Städtische rechnet in einer ersten Einschätzung im aktuellen Jahr mit Schäden von über 38 Mio. Euro aus Naturkatastrophen. Das sei ein Plus von 74 Prozent gegenüber dem Vorjahr, erklärte ein Sprecher. Betroffen waren in erster Linie Salzburg, Oberösterreich, Niederösterreich, die Steiermark und Tirol. Es handelte sich vor allem um Hagel- und Sturmschäden. Ereignisse, die laut dem Sprecher zwar kleinräumig, aber dafür "sehr, sehr heftig waren". In Osttirol und Kärnten entstanden außerdem Schäden durch Schneedruck.

Auch in der Wiener Städtischen bemerkt man einen kontinuierlichen Anstieg an Unwetterschäden in den letzten Jahren, wenn auch nicht linear. Seit 2003 habe man über eine Milliarde Euro für Schäden aus Naturkatastrophen ausbezahlt. Dieser Trend soll sich auch in den kommenden Jahren fortsetzen. "Man merkt den Klimawandel stark, er wird uns auch noch in den kommenden Jahren intensiv beschäftigen", so der Sprecher.

Seitens der Generali spricht man von einem Schadensausmaß durch Unwetter "im hohen zweistelligen Millionenbereich". Die Versicherungen empfehlen den betroffenen Kunden, die Schäden bestmöglich zu dokumentieren und sobald das Schadensausmaß feststeht, den Schadensfall rasch zu melden.

 

(APA/red.)