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Glosse

Internet oder World Wide Web - Kennen Sie den Unterschied?

APA/HANS PUNZ
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Auf Instagram schwärmte die Digitalisierungsministerin Margarete Schramböck über die europäische Innovationskraft am Cern und blamierte sich dann mit fehlendem Grundwissen. Obwohl ...

Es ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Selbst die Digitalisierungsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) stolperte kürzlich über die Unterscheidung zwischen World Wide Web und dem Internet. Und das inmitten des Geburtsortes des WWW und seines Erfinders Tim Berners Lee. Die Nerds auf Twitter üben den Aufstand und zweifeln ihre Fähigkeiten an. Zurecht?

Es ist wohl davon auszugehen, dass die Ministerin den Unterschied kennt, aber wird ihn jeder ihrer Instagram-Follower wissen? Ad hoc fällt wohl den meisten die Unterscheidung schwer und man wird auch nicht jeden, der nach einem Tixo fragt, darauf hinweisen, dass es sich allenfalls um ein Klebeband, aber nicht um jenes dieser Firma handelt. Das erinnert an einen Merksatz der Deutschprofessorin, die bei Erörterungen mahnte: Jedes (Theater-)Stück ist ein Werk, aber nicht jedes Werk ein Stück.

Und so sind nach 52 beziehungsweise 32 Jahren die Grenzen zwischen dem Internet und WWW verschwommen. Wer den Ärger der Technik-Fans und -Enthusiasten nicht ganz nachvollziehen kann: Vor 52 Jahren landeten nicht nur die ersten Menschen auf dem Mond, es war auch die Geburtsstunde des Internets. Das WWW ist nur ein Teil dessen – ein Anfang der 1990er Jahre erfundener Dienst, der über das Internet funktioniert und es gleichzeitig populär machte.

Dass das Ganze am Cern passiert ist, hat auch nichts mit dem Teilchenbeschleuniger zu tun, sondern vielmehr mit Tim Berners Lee. Der Software-Ingenieur wollte der leidigen Zettelwirtschaft ein Ende setzen und erdachte ein System, mit dem er möglich machte, dass Dateien ins Internet gestellt werden können. Das Netz war geschaffen. Und während Sie, liebe Leser, das hier lesen, sind Sie gleichzeitig im Internet und im World Wide Web.