Zoe (l.) und Ava am Neusiedler See.
Fotoserie

Halbe Geschwister, enge Verbindung

So unterschiedlich die jeweilige Familiengeschichte von Halbgeschwistern auch sein mag – sie ist stets faszinierend und komplex – und im Idealfall eine Bereicherung für alle Beteiligten, die ein neues Familienmitglied gewonnen haben.

Als Iduna den Kindersitz im Auto ihres Vaters sieht, wird sie stutzig. „Hast du etwa noch ein Kind bekommen?“, entfährt es der damals 30-Jährigen. Schon seit Längerem weiß sie von der Freundin des Vaters, Ingrid, die etwa im selben Alter wie sie selbst ist. Ingrid habe sich ein Kind gewünscht, antwortet der Vater nüchtern, deshalb habe er ihr eines geschenkt. Iduna ist ihm nicht böse. Traurig ist sie schon. Und zwar in erster Linie wegen der verletzten Gefühle ihrer Mutter. Und sie fragt sich: „Hat Ingrid das nötig gehabt?“

Der Vater sei der „Knackpunkt“ ihrer ganzen Familiengeschichte, erzählt die heute 58-jährige Hinterbrühlerin: Ein charismatischer Mann sei er gewesen, sehr sportlich, offen, lustig und charmant. „Er hatte eine weltoffene Einstellung, die auch meine drei Schwestern und mich geprägt hat.“ Als Iduna etwa zwölf Jahre alt war, bemerkte sie, dass es im Leben des Vaters auch andere Frauen gab. Beim geliebten Eistanz lernte er schließlich Ingrid kennen – und teilte sein Leben fortan zwischen der Familie und der neuen Frau an seiner Seite auf. Idunas Mutter – „eine starke, tolerante und demütige Frau“ – akzeptierte das. Wäre doch die Alternative gewesen, dass die Familie ganz auseinanderbricht.


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