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Saug- und Wischroboter

Roboti, roboti, lieber Roboter

Den Wischvorgang stoppt der S7, sobald er einem Teppich zu nahe kommt.
Den Wischvorgang stoppt der S7, sobald er einem Teppich zu nahe kommt.Roborock
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Es gibt Aufgaben, die stehen ganz unten auf der Beliebtheitsskala. Staubsaugen und Aufwischen zum Beispiel. Man kann sie auch delegieren, an Roboter wie den Roborock S7.

Outsourcing, ein verpöntes neumodisches Wort. Im gemeinsamen Haushalt aber der ideale Weg, um leidige Diskussionen rund um das Putzen auszulagern. Das spart Zeit, Mühe und vor allem Nerven. Statt auszuknobeln, wer denn nun schon wieder mit Staubsaugen dran ist, kann man sich einfach einen kleinen Helfer besorgen, der zumindest diesen Teil der Hausarbeit erledigt. Bleibt sowieso noch genug, das selbst erledigt werden muss.

Nun sind die ersten drei Kriterien, wie eingangs bereits erwähnt, für einen Staubsaugerroboter schon gesetzt. Hinzu kommt, dass die Anforderungen an die Reinigungs-Performance genau so hoch sind wie an das menschliche Pendant. Nun sind im heimischen Testgelände, auch bekannt als Wohnzimmer, schon einige Roboter durch die Wohnung gedüst und gestolpert. Aktuell sorgt der Roborock S7 für Unterhaltung und krümelfreien Boden.

Ein Schwergewicht nimmt Fahrt auf.
Nahezu jedes Testgerät in dieser Kategorie legte sich mindestens einmal mit den abwärts führenden Stufen an (und verlor dabei immer). Anders der Roborock, der hier deutlich smarter daher- kommt. Generell ist die Einrichtung des Geräts simpel und schnell erledigt. Die App führt einen mühelos durch die Einrichtung. Sprachlich beweist der kleine Helfer Vielfalt. Da die Hinweise, die er von sich gibt, absehbar sind: Reinigung begonnen oder abgeschlossen, spricht dieses Modell zum eigenen Amusement aktuell Spanisch. Wobei er, der Roboter, immer mit Frauenstimme zu einem spricht.

Nach einer Erkundungsfahrt können Räume wie Sperrzonen definiert werden. Bis zu 300 Quadratmeter schafft der S7 ohne Unterbrechung, er hat dann zwar keine kollektivvertragliche Pause, muss aber den Akku (5200 mAh) für sechs Stunden aufladen.

Beim Auspacken wundert man sich noch über das Gewicht von knapp über vier Kilogramm, spätestens beim Test der Wischfunktion lässt sich der Vorteil der massiven Bauweise erkennen. Während andere Modelle hier maximal einen Wasserfilm auf den Boden hauchen, geht der S7 richtig gründlich vor. Sobald ein Teppich über die verbauten Sensoren und die Kamera erkannt wird, wechselt er automatisch in den Saugmodus. Das hat im Test erstaunlich gut funktioniert.

Ähnlich wie bei einer elektrischen Zahnbürste vibriert die Wischplatte mit einer Geschwindigkeit von bis zu 3000 Bewegungen pro Minute über den Boden. Außerdem lässt sich einstellen, wie viel Wasser zum Einsatz kommen soll. Das erweist sich als ungemeiner Vorteil bei unterschiedlichen Bodenmaterialien wie Fliesen, Laminat und Parkett.

Wer befürchtet, dass bei der Anzahl der Bewegungen der Roboter lautstark auf seine Betriebsamkeit hingewiesen wird, dem sei gesagt: Selbst im stärksten Saugvorgang oder beim gründlichen Aufwischen, den S7 hört man kaum. Die eigens installierte App zum Messen der Lautstärke zeigte maximal 69 Dezibel an. Kein Vergleich zu einem Handstaubsauger.

Fast alles richtig gemacht. Der chinesische Hersteller Roborock hat mit dem S7 einen nahezu perfekten Haushaltshelfer entwickelt. Lediglich bei frei liegenden Kabeln ist sein Vorgehen ein wenig rabiat. Auch bei Hausschuhen kennt er kein Pardon und nimmt sie einfach mit. Als zusätzliches Accessoire gibt es aktuell bereits eine Entladestation, die ein ständiges Ausleeren des Behälters obsolet macht. Die braucht aber mehr Platz und erhöht den Preis von knapp 500 auf 800 Euro.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.07.2021)