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Ölpreis

Opec+ fördert bald mehr Öl

Öl ist wieder gefragt, die Preise steigen. Nun haben sich die Opec+-Länder auf eine höhere Förderung geeinigt.
Öl ist wieder gefragt, die Preise steigen. Nun haben sich die Opec+-Länder auf eine höhere Förderung geeinigt.Joho / Picture Alliance / picturedesk
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Mit der Konjunkturerholung steigt die Ölnachfrage. Nun soll auch das Angebot wieder schrittweise wachsen.

Wien. Das Ölkartell Opec und seine Partnerländer (Opec+) haben sich angesichts der Erholung der Weltkonjunktur auf eine Erhöhung der Ölproduktion geeinigt. Ab August werde die Öl-Allianz ihre Tagesproduktion Monat für Monat um je 400.000 Barrel (159 Liter) steigern, teilte die Opec am Sonntag nach einem Online-Ministertreffen mit. Zum Jahresende soll die tägliche Produktion dann um zwei Millionen Barrel höher sein als zuletzt. Im Vorjahr betrug die weltweite Ölförderung 88 Millionen Barrel pro Tag. 2022 sollen wieder 100 Millionen Barrel nachfragt werden. Die Opec+ liefert etwa 45 Prozent.

Damit ist der Streit zwischen Saudiarabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten, an dem eine Einigung vor zwei Wochen gescheitert war, vom Tisch. Die Vereinigten Arabischen Emirate hatten auf eine höhere Förderquote gepocht. Schließlich einigte man sich auf einen Kompromiss: Die Basis, von der weg die Vereinigten Arabischen Emirate und andere Länder ihre Fördermengen kürzen müssen, wurde erhöht. Zugleich wurde vereinbart, die Entwicklung im Dezember 2021 erneut genauer zu analysieren.

Zur Opec gehören neben Saudiarabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten unter anderem der Irak, der Iran, Kuwait und Nigeria. Zu den Partnerländern der Opec zählen neben weiteren Staaten etwa Russland, Kasachstan und Mexiko.

Die Folgen für die Bezieher von Heizöl und für die Autofahrer sind noch schwierig abzusehen. Sprit ist inzwischen schon so teuer wie zuletzt im Herbst 2018. Im Vergleich zum von der Coronakrise geprägten Sommer 2020 kostet Kraftstoff gut 20 Prozent mehr.

Infolge der Coronakrise hatten die ölfördernden Staaten ihre Produktion deutlich heruntergefahren, um den Preisverfall angesichts der gesunkenen Nachfrage abmildern zu können. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent war im Vorjahr zeitweise unter 20 Dollar gefallen, jener für die US-Sorte WTI war zeitweise sogar in den negativen Bereich gerutscht. Die Opec+ reduzierte die tägliche Förderung um zeitweise zehn Millionen Barrel pro Tag, inzwischen steht man noch immer bei einem Minus von 5,8 Millionen Barrel.

Preise ziehen wieder an

Da sich die Wirtschaft allmählich von der Coronapandemie erholt, steigt auch der Bedarf an Öl. Das wiederum treibt die Preise in die Höhe. Ein Fass Brent kostete zuletzt wieder 73 Dollar. Das ist zwar nur halb so hoch wie auf dem Höhepunkt des Rohstoffbooms 2008, aber fast doppelt so hoch wie vor einem Jahr. Um einer Überhitzung der Preise vorzubeugen, wollen die Opec+-Staaten nun wieder mehr Öl fördern als auf dem Höhepunkt der Krise, es bleibt aber bei einer Deckelung. Der Vertrag zur Förderbremse soll bis Ende 2022 verlängert werden. Er wäre sonst eigentlich im April des kommenden Jahres ausgelaufen.
Saudiarabien und Russland sind nach den USA die größten Ölförderer der Welt. Im Vorjahr produzierten die USA 10,8 Millionen Barrel pro Tag, Russland 10,3 und Saudiarabien 9,3 Millionen Barrel. Auf Platz vier folgt weit abgeschlagen der Irak mit 4,1 Millionen Barrel. (DPA/Reuters/b. l.)

Hintergrund

Erdöl. Ein hoher Ölpreis ist ein zweischneidiges Schwert. Zwar ist er häufig Ausdruck einer gut laufenden Konjunktur, hat aber zugleich das Zeug, das Wirtschaftswachstum zu bremsen, weil er die Kosten für Unternehmen und die Verbraucherpreise in die Höhe treibt. Im Vorjahr war der Ölpreis krisenbedingt zeitweise in den negativen Bereich gefallen, was auch die Preise für Heizen und Tanken fallen ließ. Seither ist der aber wieder rasant angestiegen. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete zuletzt 73 Dollar. Das ist fast ein Dreijahreshoch.