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Pizzicato

Rheinischer Humor

Armin Laschet ist ein „Öchener Jung'“, ein inzwischen in die Jahre gekommener Junge aus Aachen – und stolz darauf.

Aachen, im Dreiländereck zu Belgien und den Niederlanden, vergibt nicht nur den Karlspreis für vorbildliche Europäer, sondern als Karnevalshochburg auch den „Orden wider den tierischen Ernst“ – eine Auszeichnung, um die sich Politiker fast ebenso sehr reißen.

Der Rheinländer nimmt die Dinge mit Gelassenheit und einer Gemütsruhe, und zuweilen schimmert im rheinischen Singsang Galgenhumor und Kritik an der Obrigkeit durch. Und so kam es, dass der Kanzlerkandidat beim Auftritt des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier im Hintergrund feixte und juxte. Bei Lars Klingbeil, dem SPD-Generalsekretär aus Niedersachsen, und Kevin Kühnert, dem Ex-Juso-Chef aus Berlin, kam auf Twitter die Galle hoch. Der niedersächsische Humor ist als ein wenig dröge verschrien, jener der Berliner als mitunter arg plump.

Die Lehre für Laschet: Als Kanzlerkandidat muss die Mimik stets unter Kontrolle und ein Späßchen gut getimt sein. Selbst Steinmeier, als Ostwestfale beinahe ein Niedersachse, rutschte ein Lachen aus, amüsiert über einen auf dem Bauch liegenden Journalisten, der Notizen machte. Gegen Situationskomik ist niemand gefeit – außer die Schnellrichter in den sozialen Medien. (vier)

Reaktionen an: thomas.vieregge@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.07.2021)