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Pandemie

Faßmann: "Wenn Impfpflicht, dann nicht nur für eine Berufsgruppe"

Bildungsminister Heinz Faßmann
Bildungsminister Heinz Faßmannimago
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Aus Niederösterreich kommt die Forderung nach einer Impfpflicht für neue Pädagogen. Dem Bildungsminister ist das zu eng gedacht. Er schätzt, dass drei Viertel der Lehrer bereits geimpft sind.

Niederösterreichs Bildungslandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP) hält in der Frage, ob Pädagogen eine Impfpflicht auferlegt werden sollte, eine „österreichweit einheitliche Vorgehensweise“ für wünschenswert. Geht es nach ihr, soll im Bildungsbereich eine Immunisierung „als Voraussetzung für Neuaufnahmen“ werden. Das würde dem „Schutz unserer Kinder und aller Beteiligten“ dienen, sagte sie dem ORF-Niederösterreich und der „Kronen Zeitung“. Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) sieht den Vorstoß skeptisch, wie er am Dienstag im Ö1-„Morgenjournal“ betont.

„Ich verstehe ihre ( Teschl-Hofmeisters, Anm.) Intention“, meinte der Ressortchef. „Ich muss aber sagen: Ich glaube nicht, dass wir hier eine lex specialis machen können, nur für eine Berufsgruppe.“ Wenn, „dann müsste man diesen Prozess breiter diskutieren, breiter ausrollen“. Konkret: „Alle jene Berufsgruppen mitnehmen, die einen engen Kontakt mit anderen Menschen haben.“ Immerhin brauche es für die Einführung einer derartigen Pflicht eine sachliche Begründbarkeit, argumentierte Faßmann. Würde nun nur eine Impfpflicht für neue Pädagogen eingeführt, also „eine isolierte Maßnahme“ gesetzt, „fehlt mir die rechtliche Grundlage“.

Keine Zweifel hat Faßmann indes daran, „dass das Impfen ein wirksames Instrument ist gegen die Verbreitung der Infektion (gemeint: mit dem Coronavirus, Anm.) ist“. Unter den Lehrern in Österreich herrsche überdies eine „breite Impfbereitschaft“. Zwar habe man aus Gründen des Datenschutzes keine absoluten Zahlen, „aber es liegt sicherlich bei drei Viertel“. Soll heißen: „Das Ziel ist schon fast erreicht, das auch Teschl-Hofmeister erreichen möchte“.

Appell an Eltern von Unter-Zwölf-Jährigen

Faßmann will aber nicht nur an Lehrer appellieren, sich impfen zu lassen, sondern auch in Richtung der Eltern - insbesondere jener, die Kinder unter zwölf Jahren haben, „die nicht impfbar sind“. Würden sich deren Eltern impfen lassen, „wäre das auch ganz wichtig“. Immerhin stünde diese „mit den Kindern in dem noch engeren Kontakt - und wir wissen, das Meiste an Infektionen passiert innerhalb des Haushaltes“.

(hell)