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Georg-Büchner-Preis für Grazer Autor Clemens J. Setz

(c) Clemens Setz
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Der wichtigste Preis für deutschsprachige Literatur geht an den 38-jährigen Autor, der zuletzt mit "Die Bienen und das Unsichtbare“ überzeugte.

Der Grazer Schriftsteller Clemens J. Setz erhält den renommierten Georg-Büchner-Preis 2021. Dies teilte die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung am Dienstag in Darmstadt mit. Der mit 50.000 Euro dotierte Preis gilt als wichtigste literarische Auszeichnung im deutschsprachigen Raum und wird seit 1951 verliehen. Übergeben werden soll die Ehrung an den 38-jährigen Setz am 6. November in Darmstadt.

Clemens J. Setz veröffentlichte seinen Debütroman "Söhne und Planeten" 2007 und feierte in den kommenden Jahren Erfolge mit Werken wie dem beklemmenden Erzählungsband "Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes" (2011), wofür er den Preis der Leipziger Buchmesse erhielt. 2015 erschein sein viel beachtetes, 1.000 Seiten starkes Buch "Die Stunde zwischen Frau und Gitarre".

Zuletzt erschien der Band "Die Bienen und das Unsichtbare" (2020), in dem Setz seine Selbstversuche beim Erlernen von Plansprachen wie Esperanto, Volapük oder Blissymbolic geht. (>> Zur „Presse"-Kritik) Die (reale) Welt dieser Sprachen ist vielleicht die exotischste, in die Setz die Leser je geführt hat: Volapük, Láadan, Blissymbolics, Klingonisch, dazu unglaubliche Lebensgeschichten: etwa die des blinden Esperanto-Poeten Jeroschenko, der den damals größten chinesischen Dichter beeinflusst; oder des KZ-Überlebenden Charles Bliss, der von einer völlig eindeutigen, Propaganda unmöglich machenden Sprache träumt, und dann gegen blinde Kinder Krieg führt, die seine Symbolsprache benutzen.

Die Darmstädter Akademie vergibt den Preis an Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die in deutscher Sprache schreiben. Die Preisträger müssen "durch ihre Arbeiten und Werke in besonderem Maße hervortreten" und "an der Gestaltung des gegenwärtigen deutschen Kulturlebens wesentlichen Anteil haben". Zu den Preisträgern gehören Max Frisch (1958), Günter Grass (1965) oder Heinrich Böll (1967). Zuletzt konnte sich im Vorjahr die deutsche Lyrikerin Elke Erb über die Ehrung freuen.

Die Gewinnerinnen und Gewinner seit dem Jahr 2000:

  • 2021 Clemens J. Setz
  • 2020 Elke Erb
  • 2019 Lukas Bärfuss
  • 2018 Terézia Mora
  • 2017 Jan Wagner
  • 2016 Marcel Beyer
  • 2015 Rainald Goetz
  • 2014 Jürgen Becker
  • 2013 Sibylle Lewitscharoff
  • 2012 Felicitas Hoppe
  • 2011 Friedrich Christian Delius
  • 2010 Reinhard Jirgl
  • 2009 Walter Kappacher
  • 2008 Josef Winkler
  • 2007 Martin Mosebach
  • 2006 Oskar Pastior
  • 2005 Brigitte Kronauer
  • 2004 Wilhelm Genazino
  • 2003 Alexander Kluge
  • 2002 Wolfgang Hilbig
  • 2001 Friederike Mayröcker
  • 2000 Volker Braun

 

 

(APA)