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Flutkatastrophe

Hochwasser: Experten rechnen mit Milliardenschäden in Deutschland

Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser
Aufräumarbeiten nach dem Hochwasserimago images/Hannes P. Albert
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Insgesamt dürften die Sach- und Autoversicherer heuer mehr als 3,7 Milliarden Euro für die Bewältigung von Naturkatastrophen ausgeben müssen.

Die deutschen Versicherer müssen nach ersten Schätzungen von Experten Milliardenschäden nach der Hochwasser-Katastrophe im Westen und Süden begleichen. Die Versicherungsmathematiker (Aktuare) der Kölner Beratungsfirma Meyerthole Siems Kohlruss (MSK) erwarten einen versicherten Schaden von mehr als einer Milliarde Euro. Die Schadenabwicklung dürfte Monate bis Jahre dauern.

"Das Gros der versicherten Schäden kommt aus der (erweiterten) Elementarversicherung, ein kleinerer Teil aus der Kfz- und Transport-Sparte", erklärte MSK-Geschäftsführer Onnen Siems am Dienstagabend. Der wirtschaftliche Schaden sei deutlich höher, doch seien Risiken durch solche Naturgefahren in vielen Wohngebäude- und Hausratversicherungen nicht abgedeckt. "Dadurch beläuft sich der Schadenbetrag der Versicherer auf deutlich unter 40 Prozent des theoretisch versicherbaren Schadens", sagte Siems.

Klauseln weichen voneinander ab

Die Frage, was von den Policen genau gedeckt ist, könnte in der Regulierung der Schäden für Probleme sorgen. "Schadenursachen wie Dammbruch oder Unterspülungen und die Trennung zwischen Starkregen und Hochwasser sind je nach Klausel und Bedingungswerk gedeckt oder ausgeschlossen", sagte der Aktuar.

Insgesamt dürften die deutschen Sach- und Autoversicherer in diesem Jahr nach den Schätzungen von MSK mehr als 3,7 Milliarden Euro für die Bewältigung von Naturkatastrophen ausgeben müssen. "Nach sieben unterdurchschnittlichen Schadenjahren hat 2021 das Potenzial, das langjährige Mittel von 3,7 Milliarden Euro für die deutschen Versicherer zu übersteigen", sagte Siems. Der Branchenverband GDV hatte den Schaden durch die Hagelunwetter in Süddeutschland im Juli auf 1,7 Milliarden Euro veranschlagt.

(APA/Reuters)