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EHL-Update

Interesse an Einzelhandelsimmobilien gestiegen

In Wien boomen vor allem Online-Händler, Fahrradhandel und Gastronomie.

Der Handel rechnet für 2021 mit einem Umsatzminus von rund vier Prozent, doch mit gelockerten Coronamaßnahmen steigt das Interesse an Immobilien, laut EHL-Update zum Wiener Einzelhandelsimmobilienmarkt. Die Sportartikelbranche boomt, vor allem der Fahrradhandel. Diskonter wie TEDi, Action oder KiK suchen Flächen, während im Textilhandel ein Bedarfsrückgang festzustellen ist, ebenso wie bei Großflächen von 2500 m2 bis 3000 m2.

Die geöffnete Gastronomie bedinge eine längere Verweildauer in Einkaufszentren und Einkaufsstraßen. Schwächere Umsätze verzeichnen allerdings jene Branchen und Händler, die stark vom internationalen Tourismus abhängig sind. Ende Juni stieg die Auslastung der Wiener Hotelbetten zwar in einer Woche um neun Prozentpunkte auf 27 Prozent, doch generell schwächelt der Städtetourismus.

Freiwerdende Einzelhandels-Flächen in attraktiven Lagen finden Abnehmer, wie die polnische Pepco, die den Großteil der Filialen der Österreich verlassenden CCC übernimmt und noch weitere Standorte sucht. Auch Online-Supermärkte suchen Flächen für die Warenauslieferung. Ein internationaler Online-Supermarkt mietete einen Standort im 3. Wiener Gemeindebezirk an.

Die Nominalmieten für Einzelhandelsflächen an guten und sehr guten Standorten sind im zweiten Quartal weitgehend gleich geblieben. Die während der Pandemie deutlich gestiegene Bereitschaft, Mietern mit mietfreien Zeiten oder Zuschüssen für Umbau entgegenzukommen, sinkt. In Bestlagen wie Kohlmarkt und Graben werden weiterhin Spitzenerträge von 300 bis 500 Euro pro Quadratmeter erzielt.

Mario Schwaiger, Einzelhandelsspezialist der EHL Gewerbeimmobilien GmbH gibt sich optimistisch: "Der Einzelhandel hat den Coronaschock überwunden. Immer mehr Unternehmen nutzen die Chance, auf freiwerdenden Flächen spannende neue Konzepte zu realisieren." Besonders der IKEA City Store beim Westbahnhof könne ein wichtiges Signal in Richtung zentrale Stadtlagen setzen, weg von Großflächen an der Peripherie. Mit dem "hus" - so heißt der neue IKEA-Store - könnte auch die Äußere Mariahilfer Straße an den nachhaltigen Erfolg der Inneren Mariahilfer Straße anknüpfen und so Österreichs wichtigste Einkaufsstraße "verlängern". Insgesamt rechnet der EHL_Experte mit sinkenden Leerstandsraten in A-Lagen und einem stabilen Mietenniveau. (APA)