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Salzburger Festspiele

Musik fürs Ende des Lebens, vom Ende der Zeit

Explosives, dabei homogenes Zusammenspiel: Alina Ibragimova, Francesco Piemontesi, Jörg Widmann und Nicolas Altstaedt bei Messiaens "Endzeitquartett".
Explosives, dabei homogenes Zusammenspiel: Alina Ibragimova, Francesco Piemontesi, Jörg Widmann und Nicolas Altstaedt bei Messiaens "Endzeitquartett".(c) ©MarcoBorrelli
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Olivier Messiaen, Cristóbal de Morales, Steve Reich: Die Ouverture spirituelle bringt in völlig verschiedenen Stilen und Werken die gemeinsamen Obertöne des Metaphysischen zum Klingen.

Sie spielten, als gäbe es kein Danach mehr, als wäre jeder Ton, jede Phrase das Letzte, was sie noch mit hingebungsvollem Weh, mit schmerzerfüllt vibrierender Liebe, mit einer Spannung füllen und fühlen könnten, die durch Mark und Bein schneidet: Nein, ohne volles Geläut der Pathosglocken lässt sich diese Aufführung von Olivier Messiaens „Quatuor pour la fin du temps“ nicht feiern.

Dabei ist schon die Entstehung dieses Quartetts so unfassbar wie seine Klänge: Messiaen komponierte es in einem deutschen Kriegsgefangenlager in Schlesien, wo es 1941 auch uraufgeführt wurde – von ihm und drei Mithäftlingen an zufällig greifbaren Instrumenten. Ein Zitat aus der Apokalypse wies ihm den Weg: Da verkündet ein Engel, es solle hinfort keine Zeit mehr sein – und nicht zuletzt die Zeitwahrnehmung wird Thema einer Musik, die im Ekstatischen wie im Lyrischen gleichermaßen brennt, die schön ist und gewaltig. Messiaen kombiniert dabei erstmals mehrere seiner wichtigsten Stilelemente: Vogelgesänge, die Erweiterung von Dur und Moll hin zu Modi, irreguläre, komplex zusammengesetzte Rhythmen.