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Labors

Anteil der Delta-Variante bei Sequenzierungen bei 43 Prozent

Um die genaue Mutante zu identifizieren, bedarf es einer genauen Analyse der Virenprobe im Labor.
Um die genaue Mutante zu identifizieren, bedarf es einer genauen Analyse der Virenprobe im Labor.REUTERS
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Die meisten Fälle werden laut Ages in Wien entdeckt, wo der Delta-Anteil schon bei über 50 Prozent liegt. Ein Überwachungssystem soll neue Mutationen rechtzeitig entdecken.

Die erstmals im indischen Bundesstaat Maharashtra nachgewiesene sogenannte Delta-Variante des Coronavirus ist in Österreich weiter am Vormarsch. Mittlerweile sind rund 43 Prozent der 2190 sequenzierten Proben in der Kalenderwoche 28 für diese Mutation verantwortlich. Das zeigt der neueste Varianten-Bericht der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (Ages). Das sind österreichweit 942 Fälle in der Zeit vom 12. bis 18. Juli. Die meisten wurden in Wien entdeckt.

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In der Bundeshauptstadt wurden seit Entdeckung der Delta-Mutation 1374 Fälle nachgewiesen. Das bedeutet, dass die Fälle in Wien bereits mehr als 51 Prozent der insgesamt nachgewiesenen Delta-Fälle ausmacht (insgesamt 2692 Fälle bisher in Österreich). Deshalb geht Wien bei den morgigen Öffnungsschritten - Weglassen der Maske im Handel - einen vorsichtigeren Schritt und lässt die Pflicht zum Mund-Nasen-Schutz weiter gelten. Der Anteil der Delta-Variante am Wiener Infektionsgeschehen liegt laut Auskunft des medizinischen Krisenstabes der Stadt weiterhin bei etwa 60 Prozent.

Nach Wien hat Niederösterreich mit 297 die meisten bestätigten Fälle der Delta-Variante. In Tirol wurden 219 Fälle, in Oberösterreich 203, in der Steiermark 176, in Salzburg 149, in Vorarlberg 125, in Kärnten 97 und im Burgenland 52 Fälle dieser Mutation registriert.

Überwachungssystem für neue Mutationen

Mit April 2021 wurde die Ages vom Gesundheitsministerium beauftragt, ein Überwachungssystem (Sentinel-System) für neu auftretende und bereits existierende Mutationen von Sars-Cov-2 einzuführen. Mit diesem Überwachungssystem wird ein Überblick über die derzeit in Österreich auftretenden Mutationen beziehungsweise Varianten gewonnen. Im letzten Monat Juni insgesamt 380 Proben aus neun Bundesländern bzw. vom Flughafen Wien eingesandt. Von den aktuellen besorgniserregenden Varianten ("variants of concern") konnten die britische Mutation Alpha oder auch B.1.1.7 genannt (339 Proben), die südafrikanische Mutation Beta oder auch B.1.351 (1 Probe), die brasilianische Mutation Gamma oder auch P.1 (6 Proben) und die indische Mutation Delta oder auch B.1.617.2 (3 Proben) festgestellt werden. Diese Varianten sind leichter übertragbar und sind in einigen Regionen der Welt zum vorherrschenden SARS-CoV-2-Typ geworden.

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In jedem Bundesland wurde ein Labor ausgewählt und zum Sentinel-Labor ernannt: Jedes dieser Labore schickt pro Woche die ersten zehn positiven SARS-CoV-2 Rückstellproben an die Ages. Zusätzlich wurde ein zehntes Labor damit beauftragt, ausschließlich positive Proben von Besuchern des Flughafens Wien einzusenden. In der Ages wird die Virus-RNA isoliert und anschließend am Forschungszentrum für Molekulare Medizin (CeMM) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften einer Ganzgenomsequenzierung unterzogen. Bei den Proben aus dem Überwachungssystem handelt es sich nicht zwangsläufig um Proben, bei denen schon konkret die Vermutung auf eine bestimmte Mutation besteht, sondern um stichprobenartig ausgewählte Proben, die positiv auf Sars-Cov-2 getestet wurden. Da die Proben aus allen Bundesländern stammen, ist laut Ages ein Überblick über die in Österreich zirkulierenden Virusvarianten möglich.

(APA)