Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

China

Festnahmen in Hongkong wegen "aufrührerischer" Kinderbücher

Drei Frauen und zwei Männern, alle Mitglieder einer Gewerkschaft, werden "aufrührerische Publikationen" vorgeworfen.
Drei Frauen und zwei Männern, alle Mitglieder einer Gewerkschaft, werden "aufrührerische Publikationen" vorgeworfen.REUTERS
  • Drucken

Drei Frauen und zwei Männern, alle Mitglieder einer Gewerkschaft, werden "aufrührerische Publikationen" vorgeworfen. Sieben Unterstützer der Hongkonger Regierung wurden verurteilt.

Fünf Mitglieder einer Hongkonger Gewerkschaft sind wegen einer Serie von Kinderbüchern festgenommen worden. Die drei Frauen und zwei Männer zwischen 25 und 28 Jahren hätten "aufrührerische Publikationen veröffentlicht, verbreitet, ausgestellt oder kopiert", erklärte die Hongkonger Polizei am Donnerstag. Die Justiz verurteilte außerdem sieben Unterstützer der Hongkonger Regierung für einen gewaltsamen Angriff auf Demonstranten.

Aus Polizeikreisen hieß es, die wegen der Kinderbücher Festgenommenen gehörten der Gewerkschaft der Sprachtherapeuten in Hongkong an. Die Gewerkschaft hatte in den vergangenen drei Monaten drei illustrierte E-Bücher veröffentlicht, um Kindern die Demokratie-Bewegung der Finanzmetropole zu erklären. Die Aktivisten werden darin als Schafe dargestellt, die in einem von Wölfen umzingelten Dorf leben.

Die Gewerkschafter hätten versucht, "den Hass der Öffentlichkeit - und insbesondere den von kleinen Kindern - gegen die Regierung und die Justiz Hongkongs zu schüren und zu Gewalt und illegalen Handlungen anzustiften", erklärte die Polizei. Innerhalb der Sicherheitsbehörden war die neu geschaffene Nationale Sicherheitspolizeieinheit für die Festnahmen zuständig, die das Vorgehen gegen Kritiker der Hongkonger und der chinesischen Regierung anführt.

In Hongkong hatte es 2019 monatelange Massenproteste gegen den wachsenden Einfluss Pekings gegeben. Als Reaktion darauf erließ die chinesische Führung vor einem Jahr das sogenannte Sicherheitsgesetz, das den Behörden in Hongkong ein hartes Vorgehen gegen alle Aktivitäten erlaubt, die nach ihrer Auffassung die nationale Sicherheit Chinas bedrohen. Verstöße können mit lebenslanger Haft bestraft werden.

Weiße T-Shirts und Stöcke

Inmitten der oft gewaltsamen Proteste der Demokratie-Bewegung war es 2019 zu einem heftigen Angriff auf Demonstranten gekommen: Mehr als hundert Männer in weißen T-Shirts und mit Stöcken bewaffnet hatten spät abends nach einer Demonstration wahllos Teilnehmer und Passanten in einem Hongkonger Bahnhof attackiert. Rund 50 Menschen mussten im Krankenhaus behandelt werden.

Sieben der Angreifer wurden nun zu Gefängnisstrafen von bis zu sieben Jahren Haft verurteilt. Richter Eddie Yip sagte, sie hätten "kollektiv den Verstand verloren" und "das Gesetz in ihre eigenen Hände genommen und die Bewohner in extremen Terror versetzt". Männer mit chinesischen Flaggen beleidigten den Richter nach Verlesung des Urteils lautstark.

Die Polizei war damals nur halbherzig eingeschritten und nur eine Handvoll Angreifer wurde identifiziert, obwohl es zahlreiche Videoaufnahmen gab. Polizeibeamte waren auch fotografiert wurden, wie sie mit mutmaßlichen Angreifern sprachen und sie unbehelligt den Tatort verlassen ließen.