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Greenpeace

"Vernichtendes" Gutachten zu Großprojekt am Neusiedler See

Symbolbild: Schilf am Neusiedler See
Symbolbild: Schilf am Neusiedler See(c) Clemens Fabry, Presse
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60 Hektar Natur sollen einem Vier-Sterne-Hotel samt Jachthafen weichen. Das verstoße gegen mehrere Naturschutzbestimmungen, warnt Greenpeace Österreich.

Ein von Greenpeace Österreich beauftragtes Gutachten des Biologen Helwig Brunner vom Grazer Ökoteam stellt dem ungarischen Großprojekt am Neusiedler See bei Fertörakos ein "vernichtendes" Zeugnis aus. Durch das Projekt würden mehrere Naturschutzbestimmungen verletzt, Greenpeace fordert daher den sofortigen Baustopp des Tourismuskomplexes.

Das von der ungarischen Regierung vorangetriebene Projekt sehe ein riesiges Freizeitresort im mehrfach geschützten Nationalpark vor. 60 Hektar Natur sollen einem Vier-Sterne-Hotel mit 100 Zimmern, einem Parkhaus und einem Jachthafen mit 850 Bootsliegeplätzen weichen. Die Pläne würden jedoch gegen mehrere Naturschutzbestimmungen, darunter die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie und die Vogelschutzrichtlinie der EU verstoßen. Da auch die Bestände seltener Vogelarten auf österreichischer Seite mitbetroffen seien, sei eine grenzüberschreitende Umweltverträglichkeitsprüfung notwendig, so Greenpeace.

Zahlreiche Vogelarten bedroht

Das Bauprojekt würde die Lebensqualität der dort lebenden und brütenden Vogelarten deutlich verschlechtern. Zahlreiche Arten, die im Natura-2000-Gebiet besonderen Schutz genießen müssen, sind durch das Großprojekt bedroht, so Gutachter Brunner. Die Ufer am Neusiedler See dienen 45.000 dokumentierten Rastvögeln als Zuhause. Die Baustelle störe die Tiere bereits erheblich, mit Inbetriebnahme werde sich die Situation noch verschärfen.

"Sollte die ungarische Regierung nicht einlenken und das zerstörerische Projekt weiter vorantreiben, muss sich die österreichische Bundesregierung für einen sofortigen Baustopp einsetzen. Auch die EU-Kommission muss sich einschalten, da Ungarn hier einmal mehr EU-Recht mit Füßen tritt", erklärte Greenpeace-Sprecher Herwig Schuster.

(APA)