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Bleiben oder gehen? Sonnenuntergang im Allrussischen Ausstellungszentrum VDNH in Moskau.
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Braindrain

Über 30 Millionen Russen wollen auswandern

Seit der Sowjetzeit verlassen Russen in stets neuen Wellen das Land. Jetzt gehen vor allem Junge und Gebildete. In welche Länder zieht es sie? Und was kann Putin von der Zarin Katharina lernen, um den Spieß umzudrehen?

Denkt man sich in die russische Staatsführung hinein, kann man vielleicht sogar nachvollziehen, warum sie nicht nur Medien zu „ausländischen Agenten“ erklären und so als staatsfeindlich diskreditieren ließ, sondern auch das renommierteste Meinungsforschungsinstitut Levada. Mit seinen Umfragen nämlich fördert es die wahre Stimmung im Volk zutage. Und die kann mitunter auch unangenehm sein.

Zuletzt im Juni. Auf die Frage nach dem Wunsch zu emigrieren, antworteten 22 Prozent mit „Ja“ oder „Eher ja“. Das ist um fast 50 Prozent mehr als 2017 und wieder gleich viel wie in den Jahren 2011 bis 2013, als der damalige politische Protest niedergeschlagen und die Aussicht auf einen politisch-ökonomischen Frühling verschwunden war. Unter den 18- bis 24-Jährigen wollen übrigens 48 Prozent emigrieren.

22 Prozent der Bevölkerung – das sind 32 Millionen Menschen. Würden sie tatsächlich gehen, wäre das ein Strom, den die Welt noch nicht gesehen hat.