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Nachruf

Strenger Elektronikmeister: Peter Rehberg ist tot

Der Musiker, der sich Pita und sein Label Mego nannte, ist überraschend gestorben.

Nett lächeln hat man ihn kaum je gesehen, und sein ruppiges Auftreten passte gut zum Charakter seiner Musik: Peter Rehberg, geboren 1968, liebte strenge, harsche, unversöhnliche Töne, die durchaus auch in den Ohren schmerzen durften. Mit seiner Konsequenz und Kompromisslosigkeit prägte er die elektronische Musikszene, die sich Mitte der Neunzigerjahre in Wien formierte, im Festival Phonotaktik (erstmals 1995) ihre sinistre Pracht entfaltete und im Musiklokal Rhiz ihr Wohnzimmer fand.

Peter Rehberg, der erstmals durch höchst enragierte Artikel in den Fanzines „Gürtel“ und „Chelsea Chronicle“ aufgefallen war und beharrlich nur Englisch sprach, gründete 1995 unter dem Nom de guerre Pita gemeinsam mit Andreas Pieper and Ramon Bauer (General Magic) das Label Mego. Das erste Album hieß „Fridge Trax“, die Musik darauf war vollständig aus den Geräuschen eines Eiskastens erzeugt. Mit solchen grimmigen Streichen wurden Pita und Mego in einschlägigen Kreisen bald auch international berühmt, Rehberg spielte mit Gleichgesinnten wie dem US-Experimentalmusiker Jim O 'Rourke, in den letzten Jahren war er Teil des Trios Shampoo Boy. Auch als die strenge Elektronikszene an Boden verlor – und man im Rhiz sogar Gitarrenpop zu dulden begann –, blieb er seiner Ästhetik treu: Wenn er seinen Laptop aufklappte, kam böses Zischen und Grollen heraus, manchmal auch überraschend Ruhiges, das natürlich schnell wieder gebrochen wurde.

Am Samstag erfuhr man, dass Peter Rehberg völlig überraschend an einem Herzinfarkt gestorben ist. Die Wiener Musikszene verliert mit ihm einen wichtigen Querkopf.