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DER STAATSFEIND NR 1 Enemy of the State USA 1998 Toni Scott Robert Dean WILL SMITH Regie Ton
Streamingtipps

(Fast) ärger als Pegasus: Überwachung im Film

Die Überwachungsgesellschaft feiert fröhliche Urständ. Dabei hat das Kino nie aufgehört, uns vor ihr zu warnen: Sieben Filmtipps zum Thema. Und nicht vergessen: Der Streamingdienst sieht mit!

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Der Staatsfeind Nr. 1

Von Tony Scott, 1998
Zu sehen auf Disney+

Enthüllungen rund um die Spyware „Pegasus“ der israelischen Cyberwaffenfirma NSO rücken derzeit wieder verstärkt ins Bewusstsein, was die meisten von uns geflissentlich zu verdrängen gelernt haben: Die Tatsache, dass gezielte Überwachung von Einzelpersonen im digitalen Zeitalter nicht nur technisch umstandslos funktioniert, sondern auch längst zum legalen Milliardengeschäft geworden ist. Das uns das offenbar immer noch wundert, sollte uns eigentlich wundern: Seit geraumer Zeit gehören Überwachungsthriller, die zeitgenössische Skandale vorzeichnen, zum Grundrepertoire Hollywoods. Man denke etwa an Tony Scotts einstigen TV-Dauerbrenner „Der Staatsfeind Nr. 1“: In Anlehnung an die Tradition US-amerikanischer Polit-Paranoiathriller der 1970er-Jahre gerät hier ein Anwalt (Will Smith) ins Späh-Visier der Sicherheitsbehörde NSA, die damals noch nicht synonym für „Surveillance“ stand. Die hier angewanden Spionagemethoden wirken aus heutiger Sicht nahezu reizend altmodisch (Wanzen, Peilsender). Doch Scotts Porträt eines übergriffigen Sicherheitsapparats verstört bis heute. Der damalige NSA-Chef Michael Hayden sah sich darob gar zu einer korrektiven Imagekampagne veranlasst. Spätestens seit Snowden gibt es da allerdings nichts mehr zu retten.


Snowden

Von Oliver Stone, 2016
Zu sehen auf Netflix

Zu ersten filmischen Ehren kam Edward Snowden in Laura Poitras' Doku „Citizenfour“ (2014), die seine klandestinen Treffen mit der Regisseurin und dem Journalisten Glenn Greenwald nachzeichnete. Schon zwei Jahre später startete ein Spielfilm, der den NSA-Whistleblower zum Heiligen stilisierte, gedreht vom polemischen US-Systemkritiker Oliver Stone („JFK“). Joseph Gordon-Levitt gibt Snowden als Gewissenskrieger, der angesichts von Willkür und Machtmissbrauch beschließt, zum Landesverräter zu werden. Mit breitem Pinsel und in grellen Farben malt Stone den Schrecken digitaler Überwachung aus – bis hin zum ominösen Zoom aufs schwarze Auge der privaten Laptop-Webcam.

Seberg

Von Benedict Andrews, 2019
Zu sehen auf Amazon

Lange vor der Durchsetzung des Internets war die US-Bürgerrechtsbewegung Ziel analoger Überwachung durch das FBI. Die Bespitzelung von Martin Luther King Jr. durch die Bundesermittlungsbehörde ist gut dokumentiert. Weniger bekannt: Ihre Inspektion und Verleumdung des jungen „Außer Atem“-Stars Jean Seberg, weil diese öffentlich für die Black Panthers Partei ergriff. Dieser Film des australischen Theatermachers Benedict Andrews rollt den Fall auf, Seberg wird von Kristen Stewart gespielt.

 

Red Road

Von Andrea Arnold, 2006
Apple TV+ (Leih/Kauf, ab € 3,99)

CCTV ist als Begriff für Videoüberwachung im öffentlichen Raum nicht mehr ganz so geläufig. Im britischen Film „Red Road“ wird eine Entdeckung im „Closed-circuit television“ zum Katalysator eines zwischenmenschlichen Dramas (mit überraschend positivem Ausgang).

Black Mirror

Von Charlie Brooker, seit 2011
Zu sehen auf Netflix (5 Staffeln)

Keine Serie der letzten Jahre hat mehr Kapital aus Digitalisierungsängsten geschlagen als der britische „Twilight Zone“-Verschnitt „Black Mirror“. Auch Überwachungspanik wird hier zum Handlungsmotor vieler Folgen, deren Extremszenarien zusehends weniger extrem wirken; sei es nun die präzise Aufzeichnung jeder einzelnen Sinneswahrnehmung („The Entire History of You“) oder aber die strenge Kontrolle banaler Alltagsverrichtungen („Fifteen Million Merits”).

 

Das Leben der Anderen

Von Florian H. von Donnersmarck, 2006
Zu sehen auf Netflix

Hach – die gute alte Zeit, als Menschen noch von Menschen überwacht wurden und nicht von Algorithmen! Da konnten ein Stasi-Hauptmann (Ulrich Mühe) noch einen Gesinnungswandel durchleben und Filme darüber noch Oscars kassieren... Es ist ja auch kein g'scheites Leben nicht: Ewig in der Beobachterrolle, immer nur dabei statt mittendrin, wenn andere lieben, lachen und sich verlustieren. Der bessere Abhörfilm bleibt Francis Ford Coppolas verstörend rätselhafter Psychothriller „Der Dialog“ (1974), zum Leih und Kauf bei Apple und Amazon.

 

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