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Eine Wohnsiedlung mit ausschließlich Einfamilienhäusern in South Carolina.
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Critical Race Theory

Wo es um „Race“ geht, sehen Amerikaner rot

Ein Konzept aus den Siebzigerjahren lässt in den USA den Kulturkampf hochkochen. Worum geht es? Und warum erregt es die Gemüter nur so?

Wer durch Amerika fährt, merkt bald: In vielen Gegenden, vor allem in der urbanen Peripherie, stehen ausschließlich Einfamilienhäuser. Das ist mehr als eine baukulturelle Eigenheit, es ist Gesetz: In zahlreichen Städten sind drei Viertel der Fläche als „Single family zone“ reserviert. Das heißt: Es dürfen dort keine größeren Wohnblöcke oder Reihenhäuser mit günstigeren Wohnungen gebaut werden. Das führt zu einer starken räumlichen Trennung zwischen Arm und Reich – und zu einem Teufelskreis: Wer aus einer armen Familie kommt, wächst umgeben von Armen auf, geht oft in eine schlechte öffentliche Schule in der Nähe und bleibt arm, auch wenn ihm das Recht formal Chancengleichheit zusichert. Der amerikanische Traum, es „vom Tellerwäscher zum Millionär“ zu schaffen, bleibt dort, wo er zum nationalen Selbstverständnis gehört, öfter Traum als in anderen hoch entwickelten Staaten. Als einen der Hauptgründe nennen Ökonomen die räumliche Segregation.