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Dividendenstopp für Banken läuft im September aus

EZB-Chefin Christine Lagard.
EZB-Chefin Christine Lagard.(c) imago images/Eyepix Group (Carlos Tischler via www.imago-images.de)
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Seit März 2020 galt die Empfehlung zum Verzicht auf Dividenden, die EZB-Aufsicht lässt den Dividendenstopp auslaufen. Die FMA schließt sich an.

Das Ende des Dividendenstopps für Banken in der Eurozone rückt näher. Die Empfehlung für die Institute, ihre Dividenden zu begrenzen, werde nicht über den September hinaus verlängert, teilte die Europäische Zentralbank (EZB) am Freitagabend mit. Stattdessen würden die Aufseher die Kapital- und Ausschüttungspläne der Geldhäuser im Zuge ihres regulären Aufsichtsprozesses überprüfen.

Banken sollten aber bei Entscheidungen über Dividenden und Aktienrückkäufe vorsichtig sein und Kreditrisiken nicht unterschätzen. Als Grund für das Auslaufen des Dividendenstopps nannte die EZB die Konjunkturerholung im Euroraum und eine gesunkene Unsicherheit, was sich auch auf die Widerstandsfähigkeit der Bankbilanzen auswirke, so die EZB. Die deutsche Finanzaufsichtsbehörde BaFin begrüßte die Entscheidung.

Im Gleichklang damit hebt auch Österreichs Finanzmarktaufsicht (FMA) per 30. September ihre Ende März 2020 angesichts der Coronapandemie erfolgte Empfehlung an Finanzdienstleister, auf Dividendenausschüttungen, Anteilsrückkäufe sowie variable Vergütungen zu verzichten, wieder auf. Das wegen der massiven wirtschaftlichen Turbulenzen infolge der Pandemie von der Aufsicht den Finanzdienstleistern auferlegte De-Facto-Verbot, Dividenden und Boni auszuschütten, habe sich bewährt, so die FMA-Vorstände Helmut Ettl und Eduard Müller am Freitagabend in einer Aussendung.

Kapitalbasis nicht ausgedünnt

Das De-Facto-Verbot habe wesentlich dazu beigetragen, dass die Kapitalbasis der heimischen Anbieter nicht ausgedünnt. sondern zum Teil sogar gestärkt worden sei. Der Vorstand der FMA mahnt von den Finanzdienstleistern aber "auch weiterhin eine vorsichtige und vorausschauende Kapitalplanung ein". Diese Erwartungshaltung werde die FMA betroffenen Instituten "erforderlichenfalls auch direkt kommunizieren".

Eingebremst hatten die Bankenaufseher in Europa die Finanzbranche Ende März 2020, auch an Versicherungen und Pensionskassen gab es später solche Empfehlungen. Kürzlich, Anfang Juli, hatte EZB-Chefin Christine Lagard erklärt, die Dividendenbeschränkung für europäische Banken könnte bald, nämlich im September, auslaufen. Man wolle aber weiter Vorsicht sehen bei Bank-Dividenden, so die spanische EZB-Aufseherin Margarita Delgado Mitte Juli. Auch die größten britischen Banken dürfen seit kurzem für 2020 wieder unbeschränkt Dividenden ausschütten.

Die EZB beaufsichtigt die größten Banken und Bankengruppen im Euroraum direkt. Derzeit sind dies 114 Institute.

(APA/dpa)