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Salzburger Festspiele

Auf bedrohten Pfaden unterwegs zum Frieden

Inori – Le Balcon · Pascal 2021: Emmanuelle Grach (Tanz-Mimin), Le Balcon
Inori – Le Balcon · Pascal 2021: Emmanuelle Grach (Tanz-Mimin), Le Balcon(c) Marco Borrelli / Salzburger Festspiele
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Die Ouverture spirituelle ist dieses Jahr besonders beglückend geraten: Man fand hier lyrischen Trost in Faurés Requiem mit Philippe Herreweghe, Pathos und Dramatik bei Karlheinz Stockhausen und ewige Rätselfragen, gestellt von Klaus Huber und Giacinto Scelsi.

Die Tuba hat durch ihr kreatürliches Gedröhn das ganze Orchester aufgestachelt, nach allen Regeln alter und neuer Tonkunst tobt nun ein Klangsturm in der Kollegienkirche. Über dem famos entfesselten Ensemble Le Balcon, auf einer Art Dreibein mit kleinem Podest, zwölf Stufen über dem Podium, agiert die Tänzerin Emmanuelle Grach. Lange Zeit, in der sich Karlheinz Stockhausens „Inori“ anfangs fast widerwillig vom immer wieder pochend repetierten Zentralton G aus entfaltet, war sie nur gehockt oder gekniet und hatte ihre komplexe Folge stummer Gebetsgesten von Fingern, Händen, Armen, Kopf vollführt, genau abgestimmt auf Impulse der Musik. Nun aber steht sie und reckt die Arme flehentlich und zugleich herausfordernd, priesterlich in Richtung Hochaltar – und justament leuchtet ein Blitz zum Kirchenfenster herein, grimmig folgt der Donner: großes Salzburger Welttheater.