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Geldpolitik

Fed will über Ende der Anleihekäufe beraten

Die US-Notenbank unterstützt die von der Coronakrise 2020 hart getroffene Wirtschaft noch immer mit monatlichen Wertpapierkäufen in Höhe von 120 Mrd. Dollar.
Die US-Notenbank unterstützt die von der Coronakrise 2020 hart getroffene Wirtschaft noch immer mit monatlichen Wertpapierkäufen in Höhe von 120 Mrd. Dollar.REUTERS
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Die Fed treibt im globalen Aufschwung die Pläne für ein Herunterfahren der Konjunkturhilfe voran.

Washington. Mit dem Boom nach der Coronakrise rücken in der US-Notenbank Fed konkrete Pläne zum Herunterfahren der Konjunkturhilfen in den Fokus. Fed-Chef Jerome Powell hat vor dem Kongress jüngst angekündigt, dass dieses Thema Ende Juli auf der Sitzung des für die Zinspolitik zuständigen Offenmarktausschusses (FOMC) auf den Tisch kommt.

Der geldpolitisch lockere Kurs der Zentralbank wird angesichts kräftig anziehender Inflation und des Aufschwungs zusehends kritisch hinterfragt. Das billige Geld könnte die Gefahr von Blasen an den Börsen und am Immobilienmarkt befördern, warnen Kritiker.

Powell kontert jedoch, dass der Jobabbau noch nicht wettgemacht und die Zeit für niedriger dosierte Konjunkturspritzen noch nicht gekommen sei. „Allerdings dürfte die Fed die Vorbereitungen vorantreiben und möglicherweise einige entsprechende Überlegungen präsentieren“, so Commerzbank-Ökonom Bernd Weidensteiner mit Blick auf den Zinsentscheid am Mittwoch.

 

Sorge vor Wut an den Börsen

Die US-Notenbank unterstützt die von der Coronakrise 2020 hart getroffene Wirtschaft noch immer mit monatlichen Wertpapierkäufen in Höhe von 120 Mrd. Dollar. Sie will daran so lange festhalten, bis substanzielle Fortschritte bei der Preisstabilität und der Arbeitslosigkeit erreicht sind. Das aus Rücksicht auf die Finanzmärkte von langer Hand zu planende Abschmelzen der Ankäufe von Staatsanleihen und Hypothekenpapieren ist im Fachjargon als „Tapering“ bekannt. Es ist ein heißes Eisen, an dem sich 2013 der einstige Fed-Chef Ben Bernanke durch offenbar unbedachte Äußerungen die Finger verbrannte. Die Börsen reagierten mit einer Art Wutanfall – bekannt als „Taper Tantrum“. (ag)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.07.2021)