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Italien prüft Impfpflicht für Lehrer

Roberto Speranza
Roberto Speranzaimago images/Italy Photo Press
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Mit einer verpflichtenden Impfung gegen das Coronavirus könne der Präsenzunterricht im September garantiert werden, argumentiert der Gesundheitsminister.

Die italienische Regierung prüft die Einführung einer Impfpflicht für das Lehrpersonal. Damit solle Präsenzunterricht im September garantiert werden, berichtete der italienische Gesundheitsminister Roberto Speranza in einem Interview mit dem TV-Kanal "Rete 4" am Montagabend. 85 Prozent des Schulpersonals seien bereits geimpft.

In Italien sind Ärzte und anderes medizinisches Personal bereits seit dem 25. Mai zur Immunisierung verpflichtet. In Frankreich müssen sich alle Mitarbeiter von Krankenhäusern, Alters- oder Pflegeheimen spätestens bis zum 15. September impfen lassen. Auch Griechenland hat eine Impfpflicht für Mitarbeiter in Altersheimen und im Gesundheitsbereich angekündigt.

Die italienische Regierung will bis zur ersten September-Woche 60 Prozent der Schüler impfen lassen. "Wir wollen bis Anfang September 60 Prozent der Schüler impfen, damit mit wenigen Ausnahmen Präsenzunterricht stattfinden kann", betonte der für die Impfkampagne zuständige Regierungskommissar Francesco Figliuolo.

Ausdehnung des Grünen Passes

Die italienische Regierung hatte bei ihrer Ministerratsitzung am vergangenen Donnerstag eine Ausdehnung des Grünen Passes beschlossen. Dieser wird ab 6. August für den Zutritt zu den Innenräumen der Lokale, zu Kinos, Theatern und Sportzentren sowie Schwimmhallen notwendig sein. Dagegen sind Italien-weit Proteste ausgebrochen. Für den (heutigen) Dienstag ist eine Demonstration vor dem Parlament in Rom geplant.

Innenministerin Luciana Lamorgese verurteilte die bei der Polizei nicht gemeldeten Protestkundgebungen gegen den Grünen Pass in mehreren italienischen Städten am vergangenen Wochenende. Daran hatten sich tausende Personen beteiligt. Einige Demonstranten hatten dabei einen gelben David-Stern gezeigt, um den ihrer Ansicht nach diskriminierenden Aspekt des Grünen Passes hervorzuheben. Dies wurde von der Senatorin auf Lebenszeit und Holocaust-Überlebenden Liliana Segre verurteilt.

"Wir beobachten aufmerksam die No-Vax-Demonstrationen, die ohne Genehmigung der Behörden stattgefunden haben. Es gibt keine Gesundheitsdiktatur in Italien. Impfungen sind unerlässlich, um die Pandemie zu überwinden: Alle Maßnahmen der Regierung wurden zum Schutz der öffentlichen Gesundheit ergriffen", sagte die Innenministerin.

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(APA)