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Deutschland

Explosion im Chemiepark Leverkusen: Mindestens ein Toter, Zahl der Verletzten steigt

APA/dpa/Oliver Berg
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Die Ursache der Explosion ist noch unklar - vier Mitarbeiter werden vermisst. Anwohner wurden gebeten, ihre Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Bei einer schweren Explosion im Chemiepark Leverkusen ist am Dienstag ein Mensch ums Leben gekommen. Rettungskräfte der Werkfeuerwehr hätten den vermissten Mitarbeiter nur noch tot bergen können, teilte der Chemieparkbetreiber Currenta mit. Derzeit würden noch vier weitere Mitarbeiter vermisst. Laut Stadt Leverkusen wurden 31 Verletzte geborgen. Fünf von ihnen werden inzwischen intensivmedizinisch versorgt.

Die Explosion ereignete sich nach Angaben des Unternehmens aus bisher unbekannter Ursache gegen 9:40 Uhr im Tanklager des Entsorgungszentrums Bürrig. Danach kam es zu einem Brand in dem Tanklager. Anrainer des Chemiebetriebs wurden aufgefordert, geschlossene Räume aufzusuchen sowie Fenster und Türen geschlossen zu halten. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe ordnete das Ereignis in die Warnstufe "Extreme Gefahr" ein.

Derzeit keine Gefahr durch Luftverschmutzung

Einsatzkräfte der Werksfeuerwehr und Luftmesswagen waren im Einsatz. Erste Luftmessungen der Umweltschutzeinheiten im Kölner Norden ergaben laut Feuerwehr gegen Mittag, dass derzeit keine Gefahr für die Bevölkerung bestehe. Die Messungen würden fortgesetzt. Gleichwohl wurden Autofahrer aufgefordert, Fahrzeugfenster geschlossen zu halten und die Lüftungen auszustellen.

Nach der Explosion brannte nach Angaben der Stadt ein Tank mit Lösungsmitteln. "Die Löscharbeiten mussten warten, bis eine Stromleitung vom Netz getrennt war", teilte die Kommune am Mittag mit. Gegen Mittag schien der Brand gelöscht, war auf Helikopter-Bildern von Bild.de zu sehen.

Die gesamten Auswirkungen der Explosion im Stadtteil Wiesdorf waren laut einer Leverkusener Stadtsprecherin zunächst unklar. "Ausmaß und Ursache der Schadenslage sind aktuell noch nicht bekannt", erklärte auch die Polizei zur "derzeit noch unübersichtlichen" Lage. "Wir sind mit vielen Polizeikräften vor Ort und klären die Situation."

Wegen der "größeren Schadenslage" wurde die Autobahn 1 bei Leverkusen gesperrt, wie die Polizei via Twitter mitteilte. Von der Vollsperrung betroffen waren das Autobahnkreuz Leverkusen-West sowie die A1 zwischen dem Autobahnkreuz Leverkusen und Köln-Nord. Gesperrt waren auch die A3 zwischen dem Autobahnkreuz Leverkusen und dem Autobahndreieck Langenfeld sowie die A59 zwischen Autobahnkreuz Monheim-Süd und Autobahnkreuz Leverkusen-West, wie die zuständige Autobahn GmbH mitteilte.

Smoke billows following an explosion in Wiesdorf
ANNA FROSS via REUTERS

Nach Angaben von Straßen.NRW wurde auch der Leverkusener Westring (L108) zwischen dem Leverkusener Westkreuz und Rheindorf gesperrt. Sofort eingestellt wurden auch die Arbeiten an der unmittelbar angrenzenden Baustelle der Leverkusener Rheinbrücke. Alle Mitarbeiter der Baufirmen hätten die Baustellen verlassen. Im Bereich der Autobahnen seien aber keine Personen zu Schaden gekommen.

Der Chempark ist nach Unternehmensangaben einer der größten Chemieparks Europas. An den drei Standorten Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen sind über 70 Firmen angesiedelt.