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Rapid will CL-Traum mit "Kraftakt" in Prag am Leben halten

SOCCER - CL, Rapid vs Sparta
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Wiener nach Hinspiel-2:1 in "guter Position“, Liga-Niederlage gegen Hartberg "darf uns nicht belasten“. Die Hütteldorfer wollen zum 20. Mal in Folge nach Hinspielsieg Aufstieg fixieren.

Rapid hofft auf eine Verlängerung des Traums von der Teilnahme an der Fußball-Champions-League. Nach dem 2:1-Erfolg gegen Sparta Prag vergangenen Dienstag treten die Wiener mit einer guten Ausgangsposition am Mittwochabend (20.30 Uhr/live ORF eins) im Rückspiel im Stadion Letna an. Dabei steht viel auf dem Spiel, hat doch der Aufsteiger im Falle eines Ausscheidens in der 3. Runde gegen den französischen Topclub AS Monaco einen Platz im "Trostbewerb" Europa League sicher.

Ein Saisonziel Rapids wäre damit früh erfolgreich abgehakt. "Wir haben uns in eine gute Position gebracht, aber das bedeutet für das Spiel nichts", betonte Rapid-Trainer Dietmar Kühbauer vor dem Abflug nach Tschechien. Auch Sport-Geschäftsführer Zoran Barisic stellte sich auf harte 90 oder mehr Minuten ein: "Sie haben eine sehr gut organisierte Mannschaft, spielen zweikampfbetont, aber auch einen sehr guten Fußball und verfügen über individuelle Klasse. Da gilt es dagegenzuhalten."

Im ersten Duell hatte nach einem kapitalen Fehlstart ein Doppelpack von Christoph Knasmüllner (63., 71.) die Wende herbeigeführt. "Es wird wieder ein enges, sehr intensives Spiel werden. Wir müssen eine riesige Mentalität aufbringen und brauchen wieder einen Kraftakt", verlautete Kühbauer.

In der mehr als 20.000 Zuschauer fassenden Sparta-Heimstätte darf knapp die Hälfte der Kapazität (9.000 Zuschauer) ausgeschöpft werden. Kühbauer erwartete, dass erneut Kleinigkeiten den Ausschlag geben werden. "Wer besser in den Zweikämpfen drinnen ist, wer die Räume besser nutzen will, wer besser verteidigt. All das müssen wir weit besser als am Samstag machen", betonte der Burgenländer. Da hatte man es verabsäumt, weiteres Selbstvertrauen zu tanken und mit einem Heim-0:2 gegen Hartberg den Ligaauftakt verpatzt.

Im Lager der Wiener hofft man darauf, dass das ein Weckruf zur rechten Zeit war. Die Partie wurde genau analysiert. "Die Niederlage hat uns extrem geärgert, weil wir in der Liga gut starten wollten. Das darf uns aber nicht belasten", sagte Goalie Richard Strebinger. Der Blick ist nach vorne gerichtet. "Wir wissen um die Wichtigkeit des Spiels und wo wir uns klar verbessern müssen", gab Flügelspieler Thorsten Schick zu Protokoll. Man werde am Mittwoch alles raushauen. "Ich hoffe, dass wir den längeren Atem haben."

Sollten die Hütteldorfer weiterkommen, würden sie zum 20. Mal in Folge in einem Europacup-K.o.-Duell nach einem Hinspiel-Sieg auch den Aufstieg fixieren. Auch an das jüngste Antreten in Tschechien haben sie beste Erinnerungen. Am 5. November 2015 hatte man mit einem 2:1-Erfolg bei Viktoria Pilsen - dem vierten Sieg im vierten Spiel - vorzeitig das Ticket für das Sechzehntelfinale der Europa League gelöst. "Ich kann mich noch gut erinnern, das war ein besonderes Erlebnis", sagte der damals als Trainer werkende Barisic.

Das auch, da Philipp Schobesberger damals ein "Slapstick-Tor" gelang. Schobesberger steht diesmal wie Dalibor Velimirovic, Koya Kitagawa und der an der Nase verletzte Srdjan Grahovac, der ein Trainingsverbot für zumindest zehn Tage bekam, nicht zur Verfügung. Für ihn wird der in der Liga noch gesperrte Robert Ljubicic ins Team rücken. Der 22-Jährige kommt zu seinem Auswärtsdebüt im Rapid-Dress.

Auch Jonas Auer darf sich Chancen darauf machen, der 20-Jährige weiß als Ex-Tschechien-Legionär, was Rapid in Prag erwartet. "In Prag ist eine Megastimmung. Es ist sehr wichtig, dass wir die Anfangsphase gut überstehen. Wir müssen konzentriert bleiben, dürfen ihnen keine Chancen geben, dann werden wir auch gewinnen."

Gewonnen hat Sparta beim Meisterschaftsauftakt, dank einem 3:2 gegen Sigma Olmütz glückte im Gegensatz zu Rapid die Generalprobe. "Es war eine gute Vorbereitung. Olmütz ist ähnlich aufgetreten, wie Rapid hier spielen wird. Von dem her war es ein sehr lehrreiches Spiel", sagte Sparta-Trainer Pavel Vrba. Sein Team steht unter Zugzwang. "Wir wissen, dass wir gewinnen müssen."

Der tschechische Rekord- und Vizemeister ist bei bisher drei Duellen noch nie gegen ein österreichisches Team im Europacup ausgeschieden. Der Verlierer steigt in die 3. Quali-Runde zur Europa League um, wo Anorthosis Famagusta der Gegner ist.