US-Banken: Keine strahlende Bilanzen erwartet

Wall Street im Bann der Geldpolitik
Wall Street im Bann der Geldpolitik (c) AP (Frank Franklin Ii)
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Die US-Bankenbranche erwartet angesichts der anlaufenden Bilanzsaison keine allzu strahlenden Bilanzen. Die Handelserträge dürften geschrumpft sein.

Trotz der anlaufenden Bilanzsaison bleiben die Märkte in den USA fest im Bann der Geldpolitik. Die Investoren dürften darauf setzen, dass die US-Notenbank der größten Volkswirtschaft mit noch mehr Geld auf die Beine helfen wird. Die in Aussicht gestellte Liquidität heizt das Börsengeschäft an.

Banken: Schrumpfen der Handelserträge erwartet

Die Großbank JPMorgan & Chase macht am Mittwoch den Aufschlag für den Finanzsektor. In der Bankenbranche erwarten die Experten aber diesmal keine allzu strahlenden Bilanzen: Die geringe Nachfrage nach Krediten aus der schwunglosen Wirtschaft und die niedrigen Zinsen auf das verliehene Geld dürften ihr Geschäft diesmal spürbar geschwächt haben.

Analysten von Morgan Stanley prognostizieren laut "Financial Times Deutschland" allein für die drei großen US-Banken Bank of America , Citigroup  und JP Morgan Chase  ein Schrumpfen der Handelserträge um 38 bis 44 Prozent zum Vorjahreszeitraum.

Fed dürfte Geldpolitik weiter lockern

Anhaltend hohe Arbeitslosenzahlen in den USA geben genau das Signal, auf das die Notenbank Fed nach Einschätzung der Börsenhändler wartet: Die Konjunktur läuft in den letzten Wochen vor der Kongresswahl so schleppend, dass ein weiterer Eingriff der Geldpolitiker gerechtfertigt sei.

Im November könnte die Fed beschließen, noch mehr Staatsanleihen zu kaufen und damit praktisch die Notenpresse am Laufen zu halten. Daten zu den Erzeuger- und Verbraucherpreisen geben am Donnerstag und Freitag Aufschluss darüber, wie viel Rücksicht sie dabei auf eine mögliche Inflation nehmen muss.

Schlechte Bilanzen bringen Geldsegen

Selbst schlechte Nachrichten von den Unternehmen würden als Ausweis einer Sorgen erregenden Lage nur die Hoffnung auf eine weitere Geldflut in einem Umfang von bis zu 500 Milliarden Dollar festigen. "Wenn die Bilanzen oder die Konjunktur schlecht aussehen, dann werden wir das Geld bekommen", sagt John Praveen, Chef-Investmentstratege bei Prudential Investments Advisers in New Jersey.

Börsenschwergewichte wie Intel, Google oder General Electric legen am Dienstag, Donnerstag und Freitag ihre Berichte über den Geschäftsverlauf im vergangenen Quartal vor.  Der Technologiekonzern Intel hat bereits Ende August davor gewarnt, sein Umsatz werde nicht ganz den Erwartungen entsprechen. Siemens-Konkurrent GE demonstrierte dagegen zuletzt Finanzkraft und hat nach der Krise damit begonnen, seinen Mischkonzern mit milliardenschweren Zu- und Verkäufen neu zu ordnen.

(Ag.)

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