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Brüssel-Briefing

Die drohende Krise des EU-Wiederaufbauplans

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Kommissionspräsidentin von der Leyen bei ihrem Besuch in Prag vor einer Woche.AFP/MICHAL CIZEK
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„Next Generation EU“, das Prestigeprojekt der Kommission zum Wiederaufbau nach der Corona-Rezession, steckt in gehörigen Problemen. Polen und Ungarn beugen sich den Bedingungen Brüssels nicht, und mit jedem Tag, den der Fonds nicht auszuzahlen beginnen kann, schwindet sein Wert.

„Jeder hat solange einen Plan, bis ihm jemand ins Gesicht schlägt": dem früheren Box-Weltmeister Mike Tyson verdanken wir diese hübsche Zusammenfassung der Einsicht, dass es erstens immer anders kommt, und zweitens, als man denkt. Pläne sind so lange etwas wert, wie die Ereignisse ihnen nicht die Grundlage entziehen. Dann muss man sie schweren Herzens verwerfen. In der Brüsseler Politikmaschine ist man in Pläne verliebt. Monatelang tüfteln die Eurokraten an dicken Papieren, schrauben hier ein wenig am Wording, feilen da ein bisschen an den Wertigkeiten. Und wenn das gute Ding fertig ist, bei der wöchentlichen Sitzung der Kabinettschefs der Kommissare das Plazet aller 27 erhalten hat, wird ganz dick Kommunikationslack aufgetragen.

Unangenehm nur, wenn der schöne Plan gleich beim Stapellauf in eine erste Untiefe kracht. Und wenn sich dann herausstellt, dass er den Entwicklungen der Realität nicht so gewachsen ist, wie man das erhofft hatte. Wenn also das echte Leben, um in Mike Tysons Metaphorik zu bleiben, den Plantüftlern links und rechts Watschen verabreicht. Aber werden wir konkret. Es geht hier um den Corona-Wiederaufbauplan vulgo „Next Generation EU“. Und bei dem läuft einiges viel weniger rund, als es die Europäische Kommission und die nationalen Regierungen gerne hätten.