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Corona

Mückstein: „Long Covid wird unser Gesundheitssystem sehr fordern"

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Wolfgang Mückstein und Susanne Rabady präsentierten die neuen Leitlinien.(c) APA/HERBERT NEUBAUER (HERBERT NEUBAUER)
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Eine neue Leitlinie soll Ärzten bei der Diagnose und Behandlung von Long Covid helfen.

Eine neue Leitlinie der Österreichischen Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin (ÖGAM) soll Ärzten bei der Diagnose und Behandlung von Long Covid helfen. „Diese Erkrankung ist nicht zu unterschätzen, sie wird unser Gesundheitssystem sehr fordern“, sagte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) am Freitag bei der Präsentation. In Österreich seien geschätzt 60.000 bis 90.000 Menschen betroffen, überwiegend Frauen und jüngere Personen.

„Diese heimtückische Krankheit hat die unterschiedlichsten Ausprägungen, umso wichtiger ist es, dass wir jetzt eine Leitlinie haben“, betonte der Minister. Um möglichst viele weitere Long-Covid-Fälle zu verhindern, sollten sich die Menschen möglichst rasch impfen lassen, appellierte er einmal mehr an die Bevölkerung.

Susanne Rabady, Vizepräsidentin der ÖGAM, sprach von einer "lebenden Leitlinie", die sich weiterentwickeln werde. Die wichtigste Empfehlung zur Diagnostik sei das professionelle Gespräch mit dem Patienten, die Beschwerden sollten auf jeden Fall ernst genommen werden. Bei der Rehabilitation von Long-Covid-Patienten hilft vor allem das „Pacing“, wie Ralf Harun Zwick, Facharzt für Innere Medizin und Lungenkrankheiten, erklärte. Es wird ein niedriger Reiz gesetzt und langsam gesteigert, wobei es zu keiner Überforderung kommen darf.

Schwere Nachwirkungen auch bei mildem Verlauf

Zwick berichtete, dass 70 Prozent der von ihm behandelten Betroffenen Atemnot hätten, 63 Prozent schwere Müdigkeit, und zwar unabhängig davon, ob die Infektion schwer oder milde verlaufen sei. Bei den zuvor im Krankenhaus behandelten Patienten handle es sich überwiegend um ältere Männer, bei den ambulant Behandelten aber zu über 60 Prozent um Frauen, im Schnitt 43 Jahre alt.

Seit über 16 Monaten schon leidet Alexa Stephanou an den Folgen ihrer Coronainfektion. Die stellvertretende Leiterin der Selbsthilfegruppe und Patienteninitiative "Long Covid Austria" berichtete bei der Pressekonferenz von über Tinnitus, Schmerzen in Gelenken und Oberkörper, Konzentrationsschwierigkeiten und Erschöpfungszuständen. „Viele der niedergelassenen Ärzte haben noch kein ausreichendes Bild der Erkrankung - hoffentlich ändert sich das durch die Leitlinie“, sagte die 38-Jährige. Gleichzeitig kritisierte Stephanou, dass die Betroffenen in den Entstehungsprozess nicht involviert waren - was sich aber nachgeholt werden soll, wie Rabady ankündigte.

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