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Das Ende des Wohlwollens

Warum „wohlverdient“ mitunter verwundert.

Was verbindet den Urlaub mit dem Ruhestand? Dass ausschließlich vor diese beiden Worte das Adjektiv – Achtung, Sprechblase – „wohlverdient“ gesetzt wird.

Bei dem von manchen wohlgelittenen Wort stellt sich wohlweislich die Frage, wie wohl das Gegenteil von wohlverdient lauten mag? Unwohlverdient oder gar übelverdient?

So nebenbei ist auch fraglich, was dieses „wohl“ in diesem Zusammenhang verloren hat. Ob es vielleicht nichts anderes heißt, als dass man die Zeit abgesessen hat, bis der gesetzlich vorgesehene Urlaubsanspruch erwachsen bzw. das gesetzliche Pensionsantrittsalter erreicht ist.

Bemerkenswert sind jedenfalls jene Menschen, die von sich aus wohlgemut ankündigen, sich in den wohlverdienten Ruhestand zu verabschieden. Da wird manchen Wegbegleitern unwohl.

michael.koettritsch@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.07.2021)