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Olympia 2021

Lukas Weißhaidinger gewinnt Diskus-Bronze

Athletics - Men's Discus Throw - Final
REUTERS
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Lukas Weißhaidinger, 29, gewinnt nach WM-Bronze auch bei den Spielen in Tokio eine Medaille. Erneutes Bronze ist auch ein Zukunftsversprechen.

Tokio. Lukas Weißhaidinger hat als erster männlicher Leichtathlet eine Olympiamedaille für Österreich gewonnen. Der 29-jährige Oberösterreicher holte am Samstag im Olympiastadion von Tokio mit einem starken Auftritt Bronze. Der WM-Dritte warf den Diskus auf 67,07 m. Weißhaidinger musste sich damit nur Weltmeister und Topfavorit Daniel Stahl, der 68,90 m erreichte, und dessen Landsmann Simon Pettersson (67,39 m) beugen.

Es ist die achte Medaille für Österreichs Leichtathletik bei Olympischen Spielen, die erste eines Mannes. Das einzige Gold gewann bisher Speerwerferin Herma Bauma 1948 in London. Das bis dato letzte Edelmetall ging 2000 in Sydney mit Silber auf das Konto von 800-m-Läuferin Stephanie Graf.

Österreichs sportliche Bilanz in Japan erhielt mit Medaille Nummer fünf ebenso einen weiteren Aufputz. Zuvor hatte Anna Kiesenhofer für das 75-köpfige ÖOC-Team sensationell Gold im Rad-Straßenrennen erobert. Dazu gab es Silber im Judo durch Michaela Polleres (bis 70 kg) sowie Bronze für deren Teamkollege Shamil Borchashvili (bis 81 kg) und Magdalena Lobnig im Ruder-Einer.

Weißhaidinger legte als erster Teilnehmer mit 62,92 m los, war nach dem ersten Durchgang, der die großen Weiten vermissen ließ, damit aber Vierter. In Runde zwei schrieb er 66,65 an und setzte sich damit an die Spitze, ehe einzig Weltmeister Stahl diese Weite mit seinem Goldwurf auf 68,90 überbot. Es schien alles zu stimmen an diesem Abend, das machte auch die Körpersprache des sechsfachen „Leichtathleten des Jahres in Österreich“ deutlich. Er steigerte sich im dritten Versuch weiter auf 67,07 m.

Nach der Reduktion des Feldes von zwölf auf acht Athleten blieb Weißhaidinger mit 66,86 m auf konstant hohem Niveau. Gefahr drohte weiterhin vom Slowene Kristjan Ceh, der nach Zitterstart gerade noch in die Entscheidung gerutscht war, 2017-Weltmeister Andrius Gudzius aus Litauen und dem Schweden Simon Pettersson, der ihn im fünften Durchgang um 32 Zentimeter m übertraf.

Weißhaidingers vorletzter Versuch war ungültig. Im dramatischen Finaldurchgang musste der Olympia-Sechste von Rio 2016 damit um die Medaille zittern. Der Australier Matthew Denny kam ihm mit 67,02 m bis auf fünf Zentimeter nahe. Als Ceh unmittelbar vor ihm auf 66,37 m kam, stand die Medaille fest. Weißhaidinger war noch einmal ungültig und behielt Platz drei.

Für Weißhaidinger war es die dritte Bronzemedaille in Folge bei einem Großereignis nach der EM 2018 in Berlin und der WM 2019 in Doha. Anfang Juni diesen Jahres verbesserte Weißhaidinger in Eisenstadt den von ihm gehaltenen österreichischen Rekord auf 69,04 m. Aus der Qualifikation in Tokio stieg er als Fünfter mit 64,77 m auf, bewies dabei aber Nervenstärke, weil er erst im dritten und letzten Versuch einen gültigen Wurf landete.

Mit seinem Trainer Gregor Högler hatte sich Weißhaidinger dazu entschieden, die Sommerspiele als Kurzausflug in Angriff zu nehmen, sie landeten erst am Mittwoch in Tokio. Ein Teil der Konkurrenz hatte ein längeres Pre-Camp zur Anpassung absolviert, die Österreicher stellten sich zumindest zeitlich bereits daheim um.

„Mir ist klar, dass es ein Risiko ist und ich die Verantwortung übernehme. Man wird dann sehen, wer recht hat“, hatte Högler gemeint. Weiters hatte man das spezielle Krafttraining vorgezogen und sich danach darauf konzentriert, das Timing zu finden. Wie sich zeigte, ist der Plan aufgegangen.